In der Sendung „Die große Terra X-Show“, die am Mittwoch im ZDF zur Primetime um 20.15 Uhr lief, hatte auch das Nördlinger Ries einen kurzen Gastauftritt. Das Infotainment-Format besteht aus einer Rate- und Spielshow mit Prominenten, in die zwischendurch mehrere, nur wenige Minuten dauernde Dokumentationskurzfilme über verschiedene faszinierende Natur- und Kulturphänomene eingespielt werden. Das Thema der Sendung lautete: „Die Rätsel der Welt“.
Gleich der zweite Doku-Beitrag zeigte Bilder von Nördlingen. Zu sehen war in dem kurzen Einspieler Professor Harald Lesch, wie er auf dem Daniel steht und die „kosmische Katastrophe“ des Meteoriteneinschlags vor 15 Millionen Jahren mit wenigen Sätzen umreißt. Eine andere Szene zeigte ihn im Geotop Lindle bei Holheim mit der Stadt Nördlingen im Hintergrund. Im Mittelpunkt des kurzen Doku-Beitrags stand die Frage, wie Asteroiden-Einschläge auf der Erde zukünftig verhindert werden können, „denn der nächste Einschlag kommt bestimmt“, so Lesch. Dabei wurde auch auf die Explosion eines 20 Meter großen Meteoriten über der russischen Großstadt Tscheljabinsk 2013 verwiesen, durch dessen Druckwelle 7000 Gebäude zerstört und 1500 Menschen verletzt wurden.
„Asteroideneinschläge sind ja relativ selten, aber sie stellen eine reale Gefahr dar“, sagt Lesch in dem Filmbeitrag, „und deswegen versucht die Wissenschaft zu klären: Wie kann man Asteroiden abwehren?“ Eine Idee bestehe darin, erklärte er, in die Nähe eines Asteroiden eine Masse zu bringen und diesen damit Nanometer für Nanometer aus der Bahn zu bringen. Andere Möglichkeiten wären, den Asteroiden zu sprengen oder ihn auf der Sonnenseite weiß anzustreichen, sodass die Sonneneinstrahlung auf seine Bahn einwirke. NASA und ESA arbeiteten aktuell gemeinsam an der AIDA-Mission („Asteroid Impact & Deflection Assessment“), bei der der gefährliche Doppel-Asteroid Didymos, der 2022 die Erde erreichen könnte, durch eine Kollision aus der Bahn gebracht werden solle. Die NASA-Sonde Dart solle mit einem Gewicht von 550 Kilogramm dazu im Herbst 2022 auf dem Asteroiden, der ein Gewicht von fünf Millionen Tonnen habe, mit 23 760 Stundenkilometern einschlagen. Wie erfolgreich die Mission ist, werde man erst 2022 sehen.
Trotz solcher kosmischen Gefahrenmeldungen wollte Lesch die Zuschauer aber beruhigen: „Wir sind über den erdnahen Weltraum inzwischen so gut informiert, dass wir wüssten, wenn – sagen wir mal – in den nächsten 20, 25, 30 oder 40 Jahren ein großer Einschläger kommt.“ Inzwischen hätten wir „eine wirklich großräumige Weltraumüberwachung“, so Lesch.
20 000 Euro für einen guten Zweck
Auf diesen Doku-Beitrag aufbauend folgte in der Show ein mehr oder weniger unterhaltsames Geschicklichkeitsspiel, bei dem Asteroidenkugeln auf einem Tisch billardmäßig in ein trichterförmiges schwarzes Loch gestoßen werden mussten. Désirée Nosbusch, Michael Mittermeier, Andrea Kiewel und Eckart von Hirschhausen waren die prominenten Rate- und Spielgäste in der Sendung, die von Johannes B. Kerner moderiert wurde. Sie spielten um einen Gewinn von 20 000 Euro für einen guten Zweck. (linm)
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