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Musik

01.10.2019

Fünf Frauen begeistern in Oettingen

Die Gruppe Shalamazl überzeugt in der Goldenen Gans in Oettingen auch mit mehrstimmigem Gesang.
Bild: Peter Urban

Die Gruppe Shalamazl tritt in der Goldenen Gans auf. Die Musikerinnen spielen nicht nur unterschiedliche Instrumente und singen mehrstimmig – ihre Texte reißen mit

Sie kokettieren gut und gerne mit ihrer charmant chaotischen Art, die fünf Shalamazl-Frauen. Mit ihrer Art, Musik zu machen, mit ihrem „Tradimix vom Kraterrand bis nach Odessa“. Und sie erklären es auch: Mazl bedeutet ja soviel wie Glück beziehungsweise Spaß und Shala so etwas ähnliches wie Musik beziehungsweise Gesang. Und deshalb wollen sie diesen Spaß mit ihren Zuhörern teilen.

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Das gelingt den Fünfen – Ruth, Christa, Manu, Moni und Claudia – bestens. Im vollen Saal der Goldenen Gans in Oettingen ist das Publikum, das sogar aus Württemberg „und no weider bis von Amerika“ angereist war, sofort auf der Seite der sympathischen Damen, die sich kreuz und quer durch Kulturen, Lieder und Rhythmen aller Herren Länder singen und spielen. Gleich zu Beginn ein Lied aus Finnland, um dann sofort nach Bulgarien zu jetten, dann nach Skandinavien, Russland, Afrika…

Irgendwann verliert man den Überblick, was dem Musikgenuss aber ganz und gar nicht abträglich ist. Man lässt sich einfach treiben und wundert sich nur zwischen den Liedern, wie viele Instrumente auf eine dann doch fast zu kleine Bühne passen. Von Maultrommel bis Tuba ist in nahezu jeder Größenordnung etwas dabei: Akkordeon, Saxofon, Gitarren, Geige, Flöte, Harfe, Ukulele und jede Menge Schlagwerk, das bei den meisten Liedern „aus Wald und Heide“ auch munter hin und her getauscht wird. Die meisten Stücke sind Adaptionen aus Traditionals und handeln von Liebe und Sehnsucht, von Feiern und Trauer, von Freiheit und Heimweh. Wer hier allerdings vermutet, dass das Konzert ein melancholischer Abend gewesen sein könnte, liegt gründlich falsch. Die Freude am Spielen mit den Genres und am Umtexten von bekannten Melodien lässt im Laufe des Abends kein Auge trocken. Da werden Schönheitsoperationen angepriesen („Bei mir bist du scheijn“), da werden jede Menge Tipps für die sonntägliche Menüwahl quer durch die Rieser Küche durchgehechelt („Zwiebelsupp’“) oder auch praktikable Lösungen für ausgebüxte Haustiere gefunden (ein Ziegen-Wiederfind-Jodler). Alles unter dem Motto „Leit, ihr müsst lustig sei …“ .

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Sie müssen nicht, sie sind es, weil sie sich bestens unterhalten fühlen an diesem Abend. Die Fünf scheuen sich auch nicht, zwischendurch einen gesanglichen Werbeblock für die Goldene Gans samt Wirt einzubauen. Ihr Rieser Ortsnamen-Medley „I hear di, von Al’re bis nach Eadi“ ist schon ein Klassiker. Was mit einigen neuen Stücken, die an diesem Abend präsentiert wurden, durchaus auch passieren könnte, wie zum Beispiel mit „Was ist denn bloß mit de Riaser los“, das so ziemlich alle einschlägigen Feste und Kneipen vom Ries über Franken bis nach Schwaben zum Inhalt hat. Völlig klar, dass Zugaben gegeben werden mussten.

Das Publikum ging begeistert mit und hätte die Shalamazl-Frauen auch nicht von der Bühne gelassen, wenn sie nicht nach zwei Stunden mit einem stimmungsvollen Abschluss den Schlusspunkt gesetzt hätten: ein berührend vorgetragenes Schlaflied aus Südtirol. Stark. So wie das gesamte Konzert, dessen Höhepunkte sicher im mehrstimmigen Gesang liegen.

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