Startseite
Icon Pfeil nach unten
Nördlingen
Icon Pfeil nach unten
Nördlingen
Icon Pfeil nach unten

Heilige: Der Patron der Fischer

Heilige

Der Patron der Fischer

  • |
  • |
  • |
    Dieses in Öl gemalte Bildnis des hl. Bartholomäus in der Ederheimer Oswaldkirche wurde von Joh. Adam Kandler und Joh. Heinrich Mänle 1747 gestiftet.
    Dieses in Öl gemalte Bildnis des hl. Bartholomäus in der Ederheimer Oswaldkirche wurde von Joh. Adam Kandler und Joh. Heinrich Mänle 1747 gestiftet. Foto: Karl Höpfner

    Die Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 ist in die Geschichtsbücher eingegangen: Damals wurde an nahezu 2000 Hugenotten in Frankreich ihres Glaubens wegen auf Befehl der Katharina de Medici ein Massaker verübt; viele weitere verließen ihre Heimat und wanderten aus. Auch im Fränkischen, vor allem in Erlangen, konnten sie neue Existenzen gründen.

    Der heilige Bartholomäus aber war einer der zwölf Jünger Jesu (siehe Mat 10,3) und verbreitete das Evangelium nach der Überlieferung in der östlichen Türkei, in Persien, ja bis nach Indien. Dort heilte er beispielsweise im Namen Gottes eine heidnische Königstochter, worauf sich der König samt Familie dem Christentum zuwandte. Da aber auch sämtliche heidnischen Götzen beseitigt werden sollten, ließ der Bruder des Königs Bartholomäus festnehmen, foltern, ihm die Haut abziehen und schließlich enthaupten. So verwundert es nicht, dass der Heilige als Attribut immer ein Messer in der Hand hält, manchmal seine eigene, abgezogene Haut – so, wie ihn beispielsweise auch Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan gemalt hat.

    Seine Verehrung in Europa begann im 10. Jahrhundert in Böhmen, nahm rasch zu und verbreitete sich in ganz Mitteleuropa bis nach Frankreich, wo das Kloster Benevent nach einer Legende seine Gebeine aufnahm. St. Pölten in Österreich ist nach ihm benannt und Kaiser Friedrich II. brachte 1238 von dort die Hirnschale in den Dom nach Frankfurt. Auch das Kloster Andechs rühmte sich des Besitzes von Reliquien. Der heilige Apostel ist unter anderem Patron der Fischer. Wohl deshalb ist auch das Kirchlein St. Bartholomä am Königssee zu seinem Patrozinium gekommen. Mit dem 24. August endet die Schon- und Laichzeit der Fische: Der Festtag des heiligen Bartholomäus eröffnet den Fischfang in den Flüssen und Seen. Gefeiert wurde dies früher mit Fischessen, Prozessionen und Fischzügen. Fischerkönig wurde der, der den erfolgreichsten Fang vorweisen konnte.

    Bauernregeln: Bartholomai ist der Sommer vorbei! – Wie Barthel sich verhält, ist der ganze Herbst bestellt. – Bleiben die Störche über Bartholomä, so kommt ein Winter, der tut nicht weh. – Barthel mäht, der Bauer sät; denn zu Bartholomai liegts Grummet auf dem Heu. – Gewitter um Bartholomä bringen Hagel und Schnee. – Barthelbua, mach d’Stubba zua! Bekannt ist auch die Redensart: „Ich zeig dir, wo der Barthel den Most holt!“ wenn man jemanden eines Besseren belehren will. Auch im Ries gibt es mit dem Gotteshaus in Heuberg wenigstens eine Bartolomäuskirche. Und in Ederheim ist bei den aus dem Jahr 1747 stammenden Apostelbildern an der Emporenbrüstung die vierte Tafel Bartholomäus vorbehalten. Auch andere Kirchen im Ries haben solche Apostelbilder.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden