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Historischer Mark: Original Rußwürste nur in Oettingen

Historischer Mark

Original Rußwürste nur in Oettingen

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    Nur auf dem Historischen Markt Oettingen braten Thomas John (vorn im Bild) und die Oettinger Rußwurstsänger ihre Original Oettinger Rußwürste.
    Nur auf dem Historischen Markt Oettingen braten Thomas John (vorn im Bild) und die Oettinger Rußwurstsänger ihre Original Oettinger Rußwürste. Foto: heja

    Oettingen Wer kennt nicht die Oettinger Rußwurstsänger? Die „Wilden 13“ aus Oettingen – elf Männer und zwei Frauen – sind berühmt-berüchtigt für ihre deftigen Lieder, mit denen sie die historischen Feste vom Historischen Markt Oettingen bis nach Kaufbeuren unsicher machen. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, halten erotisches und sozialkritisches historisches Liedgut „wohlfeil“, dessen Realismus sogar heutige Zuhörer staunen und manchmal schlucken lässt. Ihr Markenzeichen ist neben dem Mut zur Zote die hohe Musikalität.

    Routinierte Akteure

    Mitten in den letzten Vorbereitungen für den in Riesenschritten nahenden Historischen Markt Oettingen (18. bis 20. Mai) stecken sie gerade. Obwohl die Rußwurstsänger mittlerweile routinierte Akteure auf historischen Festen sind (Tänzelfest, Burg Katzenstein, Nördlingen, Dinkelsbühl, Kassel, Storro oder Rochechouart), ist ihr Auftritt in Oettingen für sie etwas Besonderes. Hier kommen sie zurück zu ihren Wurzeln. Und: „Nur in Oettingen grillen wir unsere originalen Rußwürste“, sagt Thomas John im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Das muss erklärt werden: Vor 22 Jahren nämlich gab es noch keine Rußwurstsänger, sondern eine „Krabbelgruppe“, die die Idee hatte, sich etwas Geld durch die Teilnahme am Historischen Markt dazuzuverdienen. „Weil wir einen Metzger in unserer Mitte haben, Bernhard Raab, kamen wir auf die Idee, eine Wurstbude aufzumachen.“

    So entstanden die Rußwürste

    Gesagt getan: Nach einem Original-Raab-Rezept wurden die Würste auf dem Historischen Markt Oettingen 1990 gegrillt. Weil sich aber die emanzipierten Väter beim Grillen immer wieder um ihre Krabbelkinder kümmern mussten, kam das eine oder andere Würstchen etwas „verrußt“ vom Grill – eben echte „Rußwürste“. Gesungen, so John, habe man damals schon: „Wir haben Lieder von Ougenweide, Liederjan oder Hannes Wader einstudiert für uns arrangiert und sind so singend durch die Straßen gezogen.“ (Die Wurstbude haben unterdessen die Mamas geschmissen.).

    Vor allem Bühnenauftritte

    Aber bis die „Oettinger Rußwurstsänger“ geboren wurden, sollte es noch etwas dauern. Das war nämlich beim drauffolgenden Nördlinger Stadtmauerfest: „Am Deininger Tor hat uns der Einlass gefragt, wie wir als Gruppe heißen würden. Da kam uns die Idee, dass wir uns Rußwurstsänger nennen könnten.“ Anders als früher, erzählt Thomas John weiter, haben die Rußwurstsänger heuer auf dem Historischen Markt vor allem Bühnenauftritte. Und: „Da unser Bernhard Raab nicht mehr als Metzger arbeitet, werden unsere Würste nach dem Original-Rezept von der Oettinger Metzgerei Leberle gemacht.“

    In Süddeutschland und darüber hinaus

    Durch ihre Teilnahme auf allen wichtigen historischen Festen in Süddeutschland und darüber hinaus haben sich auch Freundschaften zu anderen Gruppen gebildet. „Wir unterhalten zum Beispiel eine sehr große Freundschaft zu den Landsknechten „Frundsberg Fähnlein.“ Diese Freundschaft ist eigentlich auch der „wahre“ Grund für die „Nacht der Narren“, verrät Thomas John: „Weil unsere Wiedersehensfreude so groß war, haben wir mit den Landsknechten schon immer vor offiziellem Beginn des Marktes, also Freitagnacht gezecht.“ Das habe zunächst sehr viele gestört, aber: „Schließlich hatte man dann doch eingesehen, dass der Freitagabend zum Historischen Markt Oettingen unbedingt dazugehören muss.“ In diesem Jahr übernehmen bekanntlich die Narren die Oettinger Freitagnacht.

    Und die Oettinger Sänger haben noch ein zweites Standbein. Sie ziehen auch durch die Weihnachtsmärkte als „Singende Nikoläuse“. Natürlich singen sie hier keine normalen Weihnachtslieder, sondern zum Beispiel historische vierstimmige Chorsätze, selten vorgetragene rätoromanische und spanische Weisen oder Gospels. (heja)

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