Startseite
Icon Pfeil nach unten
Nördlingen
Icon Pfeil nach unten

Jahreskonzert: Blumenstrauß zum Jubiläum

Jahreskonzert

Blumenstrauß zum Jubiläum

  • |
  • |
  • |
    Die nun zehnjährige Jugendarbeit in Lehmingen trägt Früchte: Aus einer einfachen Blaskapelle entwickelte sich dank vieler inzwischen integrierter Jungmusikanten und -musikantinnen ein ansehnliches Blasorchester.
    Die nun zehnjährige Jugendarbeit in Lehmingen trägt Früchte: Aus einer einfachen Blaskapelle entwickelte sich dank vieler inzwischen integrierter Jungmusikanten und -musikantinnen ein ansehnliches Blasorchester. Foto: Fotos: Dieter Mack

    Lehmingen/Hainsfarth Das Jahresabschlusskonzert der Blaskapelle Lehmingen am Vorabend zum ersten Advent ist inzwischen schon zu einer festen Einrichtung geworden. Die Blaskapelle Lehmingen schaut 2011 auf eine lange Tradition zurück. Gegründet im Jahre 1921 feiert sie schon das ganze Jahr ihren 90. Geburtstag und beschloss nun im Rahmen eines Jubiläumskonzerts den Veranstaltungsreigen. Mit einem bunten Geburtstagsstrauß mit Melodien aus neun Jahrzehnten erfreuten Jugend- und Stammkapelle die vielen Besucher in der wiederum voll besetzten Hainsfarther Mehrzweckhalle.

    Die Moderation zum ersten Programmteil übernahmen Alisa Reulein und Lea Ellerbrock. Mit dem Stück „The Highschool Cadets“ eröffnete die Jugendkapelle unter der Leitung von Hartmut Betz den musikalischen Reigen und ließ dieser Melodie das amerikanische Kinderlied „Little Brown Jug“ in der Fassung speziell für Jugendorchester von Luigi di Ghisallo folgen. Das nächste Stück machte die junge Peggy March 1963 zum Hit. 1992 eroberte es durch den Film „Sister Act“ erneut die Herzen der Menschen.

    Alles abverlangt

    Das letzte Stück der Jugendkapelle, ein gelungenes Arrangement von Johnnie Vinson mit bekannten Melodien aus „Lord of the Dance“, verlangte den jungen Musikanten alles ab. Die Zugabe „I Feel Good“ beschrieb offensichtlich den Gemütszustand der jungen Musikerinnen und Musiker.

    Den zweiten Teil bestritt die Lehminger Stammkapelle, moderiert von ihrem 2. Vorstand und Bassbläser Karl-Heinz Münderlein. Der „Graf-Zeppelin-Marsch“ als Auftaktstück steht für die 1920er Jahre, den sein Komponist Carl Teike selbst als „unsterblich“ einstufte.

    Seit einigen Jahren steht auch bei der Lehminger Blaskapelle sinfonische Blasmusik mit auf dem Programm. Die „Kilkenny Rhapsody“ ist solch ein Werk. Der Holländer Kees Vlak lässt in seiner anspruchsvollen Komposition Irland, die grüne Insel, zunächst schemenhaft aus dichtem Nebel emporsteigen, so als würde man gerade mit der Fähre ankommen. Anschließend führt er mit wunderschönen keltischen Melodien durch die bezaubernde irische Landschaft und die beliebten Pubs. Vom selben Komponisten stammte das beliebte Gospel-Lied „Kumbayah“. Kees Vlak hat dazu fünf ausdrucksstarke Variationen geschrieben, die durch verschiedene Länder, Zeiten und Musikstile führen.

    Ein Potpourri mit den schönsten Polka-Melodien der „Original Egerländer Musikanten“ traf voll den Geschmack der Zuhörer. Steve McMillan hat in seinem mitreißenden Medley vier der schönsten Swing-Melodien aus unterschiedlichen Jahrzehnten zusammengefasst: „Hello Dolly“, „Mackie Messer“, „Bei mir bist du schön“ und „In der Straße wohnst du“.

    Die 1960er Jahre sind die Zeit von Flowerpower und Hippies, von Minirock und Bikini, von Mauerbau und Studentenbewegung, von Beatles und Rolling Stones und auch der Schlagerlegende Connie Francis. „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ war 1960 die erfolgreichste deutschsprachige Single. Es folgten weitere Hits wie „Paradiso“, „Barcarole in der Nacht“ oder „Schöner fremder Mann“. Willi März hat diese ohrwurmverdächtigen Melodien in einem schönen Medley für Blasorchester arrangiert.

    Zwei Stücke mit besonders ausdrucksstarken Melodien und markanten Rhythmen hatten die Musiker aus den 1970er und den 1980er Jahren ausgesucht. Das erste stammte von Chuck Mangione. Für seine Titelmelodie zum Film „Die Kinder von Sanchez“ erhielt er 1978 den Grammy in der Sparte „Beste Instrumentaldarbietung – Pop“. Ein packendes Stück und eine Herausforderung für das ganze Orchester, besonders aber für die beiden Schlagzeuger Jörg Schachner und Florian Angerer.

    1982 wurde die Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“ komponiert. Jay Dawson hat daraus ein schönes Blasmusikarrangement gemacht – mit einem kleinen Manko: ohne Dudelsack! Hartmut Betz hat jedoch eine Begleitung für dieses Solo in C-Dur geschrieben, die nahtlos ins Blasmusikarrangement nach Es-Dur hinüberführt. Eva Münderlein wechselte schnell vom Saxofon auf den Dudelsack und spielte diese ergreifende Melodie als Solo.

    Die Zeit von den 1990er Jahren bis heute repräsentieren zwei Polkas der „neuen Generation“. Blasmusik in bester „Ernst-Mosch-Tradition“, aber dennoch in neuem Gewand. Auch hier findet eine Weiterentwicklung statt. Als die „Zwei lustigen Burschen“ in dieser solistischen Polka von Alexander Pfluger erwiesen sich die beiden Hornisten Franz Schmutterer am Tenorhorn und Max Reichert am Bariton.

    Eine echte Polka-Hymne gelang Very Rickenbacher und seiner „Blaskapelle Rigispatzen“ aus der Schweiz im Jahre 2006 mit dem Titel „Ein halbes Jahrhundert“.

    Als Zugabe erklang noch einmal der Dudelsack und zum Zweiten wünschten die Musikanten eine „White Christmas“.

    Ehrungen

    ASM-Vorsitzender Theo Keller und BKL-Vorstand Walter Fuchs nahmen den festlichen Konzertrahmen zum Anlass, verdiente Mitglieder der Blaskapelle zu ehren. Die Junior-Prüfung legten ab: David Ohle, Laura Bahr, Julia Steinhöfer, Alisa Reulein, Lea Ellerbrock, Simon Fröhlich und Timo Schmidt. Das Bläserabzeichen in Gold (D 3): erhielt Jörg Schachner. Für 10 Jahre wurden geehrt: Florian Angerer, Teresa Fuchs, Carina Kutscher, Sabine Münderlein, Sebastian Ohle, Carolin Prischenk, Max Reichert und Claudia Schachner und für 40 Jahre: Hartmut Betz (siehe eigener Kasten).

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden