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Katholisches Landvolk: Miteinander danken

Katholisches Landvolk

Miteinander danken

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    Bei besten Bedingungen fand in Hainsfarth das ökumenische Kreiserntedankfest statt. Die Katholische Landvolkbewegung hatte dazu eingeladen.
    Bei besten Bedingungen fand in Hainsfarth das ökumenische Kreiserntedankfest statt. Die Katholische Landvolkbewegung hatte dazu eingeladen. Foto: Foto: privat

    Hainsfarth Das Wetter hätte schöner nicht sein können. Der Dorfplatz in Hainsfarth war festlich geschmückt, als die Dorfmusikanten Megesheim unter der Leitung von R. Schachner die Feier der Katholischen Landvolkbewegung im Kreis Donau-Ries eröffneten. Gerdi Leberle, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Andreas, begrüßte die zahlreichen Besucher. In ihrer Ansprache stellte sie das zentrale Anliegen des Festes – miteinander zu danken und Gutes zu tun – in den Mittelpunkt. So gehe der gesamte Erlös des Festes zu gleichen Teilen an die Nördlinger Tafel und an Pater Gerner für seine Arbeit als Comboni-Missionar in Nord-Uganda.

    Der ökumenische Gedanke des Miteinanderfeierns bestimmte auch die Erntedankandacht, die Pfarrerin Ingrid Braun und Pfarrer Thomasz Swat eindrucksvoll gestalteten. Die treffend ausgewählten Lieder, die Predigt zu Lukas 17 (Undankbarkeit und Dankbarkeit), die Gebete und der gemeinsam von beiden Geistlichen gespendete Segen waren ein erster Höhepunkt des Festes.

    Grußworte

    In den Grußworten stellte Bürgermeister Franz Bodenmüller seine Gemeinde kurz vor und begrüßte die zahlreichen Besucher. Sigi Atzmon, die Vorsitzende des Freundeskreises der Synagoge, erinnerte daran, wie Erntedank von Mitbürgern mosaischen Glaubens gefeiert werde. Anschließend überbrachte der stellvertretende Landrat Franz Oppel die Grüße des Landkreises.

    Den Festvortrag „Brauchtum und Ökumene zum Erntedank in der Region“ hielt Kreisheimatpfleger Herbert Dettweiler. In einem kurzen Rückblick zur Geschichte des Erntedankes berichtete er, dass es in unserer Region ein profanes und ein kirchliches Erntedankfest gegeben habe.

    „Sichelhenke“ und „Niederfall“

    Das weltliche Fest, schon in vorchristlicher Zeit bekannt, wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein als „Sichelhenke“ im evangelischen Teil und als „Niederfall“ im katholischen Teil der Region gefeiert. Während das weltliche Brauchtum der modernen Technik zum Opfer fiel, wird das kirchliche Erntedankfest noch heute von beiden Konfessionen am ersten Oktobersonntag gefeiert. Es gilt als ein Fest des Dankens und Teilens.

    Dettweiler ging dann in seinem Vortrag auf das Laubhüttenfest ein, die Erntedankfeier der jüdischen Mitbürger. Kein anderer Ort im Landkreis Donau-Ries sei besser geeignet für das Thema Brauchtum und Ökumene zum Erntedank als Hainsfarth. Hier lebten im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Juden, Katholiken und Protestanten gut neben- und miteinander, und jede Bevölkerungsgruppe habe auf ihre Weise das Fest gestaltet. Mit einem Blick auf das „Ifter-Fest“, das am Ende des Ramadan zum Erntedank von den Muslimen begangen wird, beendete Herr Dettweiler seinen interessanten Vortrag.

    Um 15 Uhr begann der große Erntedankumzug. 39 Gruppen, begleitet von den Megesheimer Dorfmusikanten und der Stadtkapelle Oettingen, zogen durch die festlich geschmückten Straßen Hainsfarths. Die im Festzug mitgeführten Erntegeräte und Traktoren machten den Wandel in der Landwirtschaft überzeugend sichtbar.

    Bewirtung mit Musik

    Die zahlreichen Besucher wurden anschließend in der Mehrzweckhalle bei Musik bestens bewirtet. Aber auch das geistige Wohl kam nicht zu kurz. Der Gesangverein Hainsfarth unter der Leitung von Frau Bayer erfreute gemeinsam mit Grundschulkindern die Zuhörer. Besinnlich wurde es noch einmal, als Schüler der 3. und 4. Klasse ihre im Religionsunterricht gemalten Bilder zum Psalm 104 präsentierten.

    Möge es fortwirken ...

    Zum Schluss des offiziellen Teils der Feier dankte der Vorsitzende des Festausschusses, Konrad Großhauser, allen Helfern für ihre Arbeit und allen Gästen für ihr Kommen. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das erlebte harmonische Miteinander fortwirken möge. (pm)

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