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Nördlingen: Bezahlen fürs Parken?

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Bezahlen fürs Parken?

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    Noch gilt in der Altstadt Nördlingens: Man darf kostenfrei parken - allerdings nur eineinehalb Stunden lang. Im Stadtrat soll jetzt über Parkgebühren diskutiert werden.
    Noch gilt in der Altstadt Nördlingens: Man darf kostenfrei parken - allerdings nur eineinehalb Stunden lang. Im Stadtrat soll jetzt über Parkgebühren diskutiert werden. Foto: Martina Bachmann

    Noch können Autofahrer in Nördlingens Altstadt einen kostenlosen Parkplatz finden. Von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 17 Uhr, und am Samstag von 8 bis 12 Uhr ist das Parken auf den öffentlichen Stellplätzen der Stadt eineinhalb Stunden lang erlaubt. Am Abend und am restlichen Wochenende wird die Parkzeit sogar nicht beschränkt. Lediglich für die Tiefgarage am Klösterle, die der Stadt gehört, müssen Autofahrer, die mehr als eine Stunde dort parken, im Portemonnaie nach Kleingeld kramen. Und das müssen sie vielleicht in Zukunft öfters tun.

    Denn im Arbeitskreis Verkehr, dem neben Mitarbeitern der Verwaltung auch Vertreter der Stadtratsfraktionen angehören, wurde über Parkgebühren für Nördlingen diskutiert. Der Chef des Ordnungsamtes, Jürgen Landgraf, sagt auf Anfrage der Rieser Nachrichten, man sei nun zu einem Ergebnis gekommen: Der Arbeitskreis werde dem Stadtrat vorschlagen, Gebühren einzuführen. Er selbst spricht sich dafür aus, dass die Autofahrer künftig ab der ersten Minute bezahlen müssen. Entschieden sei aber noch nichts, betont auch der Sprecher der Stadt, Rudi Scherer. Erst einmal müsse die Vollsitzung beraten und einen Beschluss fassen. Die Tiefgarage Steingass und den Lammhof wird dieser Beschluss übrigens nicht betreffen – sie seien in privater Hand, so Landgraf.

    680 öffentliche Parkplätze gibt es innerhalb der Nördlinger Stadtmauer. Wer im Stadtkern wohnt, kann einen Anwohner-Parkausweis für sein Quartier beantragen. Den bekommt man für das Fahrzeug an seinem Hauptwohnsitz, für das man keinen Stellplatz beziehungsweise keine Garage auf dem Grundstück hat. Der Ausweis koste einmalig 30 Euro, sagt Landgraf. Meldete der Autofahrer ein neues Fahrzeug an, müsse er nur noch 15 Euro bezahlen. Mit diesem Ausweis kann ein Nördlinger so lange und kostenfrei in einem bestimmten Abschnitt parken, wie er möchte. Das soll auch in Zukunft so bleiben, selbst wenn die Gebühren eingeführt werden. Landgraf ist der Überzeugung: „Jeder Anwohner findet in seinem Gebiet einen Stellplatz.“ Nur manchmal eben nicht direkt vor der Tür, sondern 100 oder 200 Meter weiter. Doch es gebe Ecken, wo es eng sei: Gerade in der Herren- und der Kreuzgasse sei es abends durchaus schwer, schnell einen nahen Stellplatz zu finden. Landgraf berichtet, dass kaum ein Tag vergehe, an dem sich nicht irgendjemand über das Thema Parkplätze beschwere. Und die Zahl derjenigen, die innerhalb der Mauern wohnen, nehme ja noch zu – wenn auch nicht unendlich. Der Ordnungsamtsleiter hofft, mit Gebühren gerade die Mitarbeiter von Unternehmen, Schüler oder Studierende dazu zu bewegen, ihr Auto vor den Toren abzustellen. 1100 Parkplätze gebe es dort, so Scherer. Nicht alle sind zeitlich begrenzt. Nur im Parkhaus am Bahnhof müsse man pro Tag einen Euro bezahlen, die anderen öffentlichen Parkplätze seien kostenfrei, so Landgraf. Denen, den der Weg in die Stadt zu weit ist, entgegnet der Chef des Ordnungsamtes: Eine Stadtführerin habe ihm neulich berichtet, sie brauche mit einer ganzen Gruppe Fußgänger vom Berger bis zum Deininger Tor gerade einmal sieben Minuten.

    Was die Verwaltung dem Stadtrat ebenfalls vorschlagen werde, so Landgraf: zusätzlichen Parkraum schaffen und 74 Parkautomaten aufstellen. Wie die aussehen sollen, wo sie stehen und vor allem wie viel Geld man in sie künftig einwerden muss, sei noch nicht entschieden.

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