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Nördlingen/Donauwörth: Reaktionen zum Schmid-Urteil

Nördlingen/Donauwörth

Reaktionen zum Schmid-Urteil

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    Georg Schmid hat eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten erhalten. Dazu eine Geldauflage von 120000 Euro. Politiker aus der Region haben unterschiedliche Meinungen dazu.
    Georg Schmid hat eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten erhalten. Dazu eine Geldauflage von 120000 Euro. Politiker aus der Region haben unterschiedliche Meinungen dazu. Foto: dpa

    Das Urteil gegen Georg Schmid steht, auch wenn es noch nicht rechtskräftig ist. Der ehemalige CSU-Fraktionsvorsitzende hat eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten erhalten, dazu eine Geldauflage in Höhe von 120000 Euro. Seine Pensionsansprüche als Landtagsabgeordneter behält der Donauwörther voraussichtlich. Schmids ehemalige politische Weggefährten aus der Region haben zum Urteil unterschiedliche Meinungen.

    Wolfgang Fackler etwa äußert sich vorsichtig. Fackler ist als Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis der Nachfolger von Schmid und sagt, ihm fehlten die Fachkenntnisse, um das Strafmaß zu bewerten. Gleichwohl sagt er auch: „Die Angelegenheit ist nun hoffentlich zu einem Abschluss gekommen.“ Es gebe die gerichtliche Feststellung, dass Schmid etwas falsch gemacht und gegen das Gesetz verstoßen habe. Das müsse Schmid jetzt verantworten, sagt Fackler. Ihm ist allerdings eine differenzierte Betrachtungsweise wichtig. „Man darf nun auch die politische Lebensleistung von Georg Schmid nicht ausblenden“, meint Fackler, der sein persönliches Verhältnis zu Schmid als gut bezeichnet. Daran werde auch das Urteil nichts ändern. Landrat Stefan Rößle hat hingegen seit längerem ein angespanntes Verhältnis zu Schmid. Für ihn kommt mit dem Urteil zum Ausdruck, „dass das Ganze rechtlich nicht in Ordnung war“. Die Strafe sei „nicht unerheblich“ und hätte für einen Beamten gravierende Konsequenzen. Selbst werten möchte der Landrat den Richterspruch nicht. Er sagt nur: „Es wird Leute geben, die sagen, das Urteil ist zu streng und andere werden sagen, es ist zu milde.“

    Reinhold Bittner, stellvertretender Landrat aus Oettingen, hat eine besondere Beziehung zu dem Prozess gegen Georg Schmid: Er musste als Zeuge vor Gericht aussagen. So ein Verfahren, sagt er, gehe den Beteiligten immer an die Substanz, dem Angeklagten natürlich in besonderem Maße. „Man kann Georg Schmid und seiner Familie nur wünschen, dass das Thema nun abgeschlossen ist.“ Das Urteil sei in der Form erwartbar gewesen, sagt Bittner. Sein Verhältnis zum früheren Fraktionsvorsitzenden der CSU, mit dem er 20 Jahre zusammenarbeitete, ist mittlerweile getrübt.„So wie früher ist es nicht mehr, das ist klar“, sagt Bittner, der Schmid rät, den Blick nach vorne zu richten. Also auf Rechtsmittel zu verzichten. „Ich habe die Verteidigungsstrategie auch nur bedingt nachvollziehen können“, sagt Bittner mit Blick auf die Befürchtungen Schmids, bei einer zu hohen Strafen möglicherweise seine Pensionsansprüche als Abgeordneter zu verlieren.

    Der stellvertretende Landrat glaubt, dass das Urteil für die Verwandtenaffäre einen Schlusspunkt bedeutet. „Das hier war die Spitze des Eisbergs“, sagt Bittner. „Spätestens jetzt sollte es jeder kapiert haben und sein lassen.“ Das hofft auch Ulrich Lange, Bundestagsabgeordneter aus Nördlingen, der Schmid als CSU-Kreisvorsitzender beerbt hat. „Ich denke, es war ein fairer Prozess“, sagt er. „Es wäre gut, wenn nun ein Schlussstrich gezogen werden würde.“

    Ein langjähriger Weggefährte Schmids, der „menschlich noch immer zu ihm steht“, ist der Ehrenvorsitzende des CSU-Ortsverbands Donauwörth, Bernd Lerch. Er sieht die Angelegenheit zweigeteilt: Einerseits liege ein gravierender Fehler vor, für den Georg Schmid nun „schwer büßen muss“. Andererseits habe Schmid eine überragende politische Leistung für die Stadt Donauwörth, den Landkreis und darüber hinaus vollbracht. (jaka, mwe, wwi)

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