Die Polizei meldet die Aufklärung eines dreisten Diebstahls: Ein Holz-Unternehmer aus Baden-Württemberg hatte rund 85 Festmeter Holz aus dem Wald bei Ederheim und bei Amerdingen einfach abholen und zu seinen Kunden bringen lassen. Den Nachforschungen der beiden zuständigen Revierförstern ist es laut Polizei zu verdanken, dass der geständige Mann so rasch überführt werden konnte.
Langholztransporter benutzt
Vor einer Woche verschwanden im Stiftungswald bei Ederheim insgesamt 68 Laufmeter Buchenholz. Die Holzpolter waren am Waldweg im Waldbezirk Hohlenstein gelagert. Für den Revierförster und die Polizei war schnell klar, dass die zunächst unbekannten Täter für den Abtransport des Holzes einen geeigneten Lkw mit Ladekran benutzt haben müssen. Ein weiterer Holzdiebstahl wurde bei der Nördlinger Polizei am Montag vergangener Woche zur Anzeige gebracht. In einem Waldstück bei Amerdingen waren 17 Festmeter Buchenholz entwendet worden. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Diebstählen war nicht auszuschließen.
Einige Tage nach der Tat entdeckte einer der Revierförster auf einem Lagerplatz im benachbarten Baden-Württemberg einen Teil des entwendeten Buchenholzes. „Der Förster war sich sicher, dass das bei einem landwirtschaftlichen Gehöft gelagerte Holz eindeutig aus dem Diebstahl bei Ederheim stammt“, meldet die Polizei.
Bei den weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass ein Unternehmer aus dem Ostalbkreis hinter dem Diebstahl steckt, so die Polizei weiter. Der Mann sei offensichtlich in einen „Lieferengpass“ geraten und habe sowohl das Holz im Stiftungswald als auch bei Amerdingen einfach abholen lassen. Für den Abtransport habe der Mann ganz offiziell einen Transportunternehmer aus dem Landkreis Ravensburg beauftragt. Weder die Firma noch der beauftragte Fahrer seien in die Tat eingeweiht gewesen. Im Gegenteil: Beide seien im guten Glauben gewesen, dass der Auftraggeber rechtmäßiger Eigentümer des Holzes war.
Der Abtransport erfolgte laut Polizeiermittlungen bei vier Fahrten mit einem Langholztransporter. Bei den Endabnehmern in der Nähe von Donauwörth sowie im Kreis Dillingen und im benachbarten Baden-Württemberg handelte es sich um gutgläubige Käufer. Sie hatten bis zum Eintreffen der Polizei das Holz bereits zum größten Teil verarbeitet. Der Gesamtdiebstahlschaden beläuft sich auf 4800 Euro.
Der von der Nördlinger Polizei zwischenzeitlich vernommene Tatverdächtige zeigt sich geständig.
Walter Beck, Leiter der Polizeiinspektion Nördlingen: „Dass die Straftaten so schnell aufgeklärt werden konnten, ist in erster Linie den ehrgeizigen Nachforschungen der beiden zuständigen Revierförster im Stiftungswald und im FürstlichenForstamt Wallerstein zu verdanken. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Neresheim hat zur zügigen Aufklärung der beiden Holzdiebstähle beigetragen.“ (RN)