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Nördlinger Polizei ermittelt: Mann ersticht Hund und verletzt weiteren schwer

Nördlinger Polizei ermittelt

Mann ersticht Hund und verletzt weiteren schwer

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    Eine eineinhalbstündige Operation war notwendig, um das Leben des Labradors zu retten, der hier auf dem Untersuchungstisch des Tierarztes liegt.
    Eine eineinhalbstündige Operation war notwendig, um das Leben des Labradors zu retten, der hier auf dem Untersuchungstisch des Tierarztes liegt. Foto: Foto: privat

    Hürnheim Eine Szene wie aus einem dramatischen Thriller hat sich am Sonntagnachmittag in der Nähe der Pulvermühle am Forellenbach bei Hürnheim, einem Ortsteil von Ederheim abgespielt. Am Ende lag ein toter Labrador auf dem Gelände neben einem Brückchen, ein zweiter Hund, ein Labradormischling, wurde durch einen acht Zentimeter tiefen Stich schwer verletzt und konnte letztlich nur durch eine eineinhalbstündige Operation vom Hohenaltheimer Tierarzt Dr. Wulf-Dietrich Kavasch gerettet werden.

    Ein 52-jähriger Mann aus dem Landkreis Dillingen hatte die beiden Hunde mit einem Messer verletzt, in Notwehr, wie er gegenüber der Polizei beteuerte. Zeuge des Vorfalls war Kreisrat Manfred Seel, der mit seiner Familie gerade einen Ausflug machte. Gegenüber den RN bewertete er das Geschehen allerdings als die „völlig überflüssige“ Tötung eines Hundes: „Es wurde ohne Notwendigkeit mit dem Messer zugestochen.“ Aggression von Seiten der Tiere, die eine Notwehr begründet hätte, habe er nicht wahrgenommen. Er traue sich die Beurteilung der von ihm deutlich beobachteten Situation zu, so der Bäumenheimer weiter, weil er seit 30 Jahren Hunde halte und darunter seien auch problematische Vierbeiner aus dem Tierasyl gewesen.

    Wie hatte sich diese dramatische Situation entwickelt? Laut den bisherigen Ermittlungen der Nördlinger Polizei ging am Sonntagnachmittag ein Ehepaar mit seinem fünfjährigen Labrador am Forellenbach spazieren. Dabei kam ihnen auf Höhe eines Brückchens eine Frau aus der Bopfinger Gegend mit vier Hunden entgegen. Es handelte sich dabei um einen acht Monate alten schwarzen Labrador, einen braunen dreijährigen Labrador, einen zwölfjährigen Berner Sennenhund und einen kleinen taubstummen Hundemischling.

    Den Angaben des 52-Jährigen zufolge sprangen die beiden Labradore ohne freundschaftliches Schwanzwedeln auf seinen Hund zu und schnappten ihn am Rücken sowie seitlich am Hals. Er habe die Hunde mit den Füßen und durch Schlagen mit der Hundeleine trennen wollen, was misslang. Seine Frau und er hätten sich konkret bedroht gefühlt, erklärte er gegenüber den Beamten, weshalb er auch aus Sorge um seinen Hund ein aufklappbares, laut Polizei legales, Taschenmesser aus der Hosentasche zog und mit Stichen die Hunde wegscheuchen wollte. Dabei traf er den drei Jahre alten Labrador mit zwei Stichen tödlich.

    Ermittlungen laufen

    Raimund Pauli, der stellvertetende Nördlinger Polizeichef, wies gegenüber den RN darauf hin, dass die Ermittlungen noch liefen. Trotz behaupteter Notwehr werde der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen den 52-Jährigen vorgelegt. Detaillierten Aufschluss über das von den Beteiligten und dem unabhängigen Zeugen widersprüchlich geschilderte Geschehen bei der Pulvermühle erwartet die Polizei von den Befragungen der Beteiligten und Zeugen, die ab heute anstünden.

    Der braune Labrador verendete noch vor Ort und der andere wurde in die Praxis von Dr. Kavasch gebracht. In einer eineinhalbstündigen Operation rettete der Hohenaltheimer Tierarzt dessen Leben. Acht Zentimeter tief sei das Messer in die Schulter- und Halsmuskulatur eingedrungen gewesen, berichtete der Veterinär den RN. Das Tier habe den Eingriff überstanden und werde sich höchstwahrscheinlich erholen.

    Weiterer Vorfall in Neresheim

    Unterdessen hat die Polizei Aalen einen weiteren Vorfall mit einem Hund gemeldet. Demnach hat ein 39-Jähriger mit Unverständnis auf das Eingreifen von Polizei und Feuerwehr reagiert. Der Mann hatte trotz der hohen Temperaturen seinen Berger-de-Brie-Hund (größerer Hirtenhund) in seinem verschlossenen Fahrzeug auf dem Gelände der Härtsfeldbahn in Neresheim eingesperrt. Eine Zeugin hatte diesen Umstand gegen 13.30 Uhr der Polizei mitgeteilt und um Hilfe für das Tier gebeten. Durch Beamte des Polizeireviers Aalen wurde festgestellt, dass am Fahrzeug lediglich das Schiebedach etwa zehn Zentimeter geöffnet war. Es gelang den Polizisten nicht, das Fahrzeug ohne Schaden zu öffnen, so dass letztendlich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Neresheim die Seitenscheibe des Pkw einschlagen mussten, um das Tier mit Wasser zu versorgen. Der Hundehalter und Fahrzeugbesitzer zeigte sich bei einer Rücksprache verwundert über den Einsatz; er gab an, dass er den Hund ja nur für zwei Stunden im Fahrzeug ließ und sich nicht vorstellen könne, dass dies dem Vierbeiner geschadet hätte. Der 39-Jährige muss nun mit einer Anzeige wegen Verstoßes gegen das geltende Tierschutzgesetz rechnen.(-fd-)

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