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Kultur

10.02.2017

Oettingen soll Storchenstadt werden

Störche fühlen sich in Oettingen besonders wohl. Die Tourist-Info will die Verbindung nun offiziell machen.
Bild: Heidi Källner (Archivbild)

Das Klappern auf den Dächern hat Tradition. Nur hier und da klaffen im Oettinger Storchen-Lebenslauf Lücken.

Oettingen hat ja seit jeher ein inniges Verhältnis zu Störchen. Der Legende nach nisten schon seit über 400 Jahren Störche im Ort. Graf Ludwig XI. soll ein so inniger Freund dieser Tiere gewesen sein, dass diese, als er in den Schmalkaldischen Krieg ziehen musste, plötzlich auch verschwunden waren. Und erst 1563, als er zurückkehrte, fanden sich auch die Störche wieder ein.

So weit die Vorgeschichte dessen, was im Oettinger Kulturausschuss besprochen wurde. Aus Oettingen soll, so der Plan der Tourist-Info-Leiterin Anja Friedel, eine „Störchestadt“ werden. Sie präsentierte im Ausschuss erste Ideen dazu, zeigte eine ganze Liste dessen auf, was mit und um die Oettinger Störche an „touristischer Nutzung“ und Vermarktungsmöglichkeiten vorstellbar wäre. Von einem Begrüßungsfest über Webcams und Schautafeln bis hin zu Führungen rund um das Thema reichte das Spektrum. Die Runde war sehr angetan von diesen Ideen und man beschloss, das Thema offensiv weiter zu verfolgen, sprich: auch im Stadtrat vorzustellen und zu diskutieren.

Stadtbibliothek Kerstin Pflanz stellte die Statistik 2016 der Stadtbibliothek vor: „Wir waren erfolgreich, aber ich bin nicht zufrieden.“ Sie begründete das unter anderem damit, dass im vergangenen Jahr die Leserzahl und die Gesamtzahl der Ausleihen weiter gesunken seien. Trotzdem könne man mit 1070 aktiven Lesern durchaus zufrieden sein, im Schnitt werden pro Stunde über 80 Medien ausgeliehen. In 34 Veranstaltungen von der Klappstuhllesung bis zum Büchereiführerschein habe man viel für Öffentlichkeitsarbeit und Leseförderung getan. „Die Schulen bemühen sich zu wenig“, beklagte Pflanz abschließend, sie würde sich neben W-LAN im Haus mehr Kooperationsverträge mit Schulen wünschen.

Heimatmuseum Das Oettinger Heimatmuseum habe ein erfolgreiches Jahr hinter sich gehabt, hieß es im Kulturausschuss. Dr. Petra Osterrieder und ihr Team hätten mit der Ausstellung „Wir in den 60ern“ einen Volltreffer gelandet. Und zwar gleich so, dass sich die Schau zu einer Art Selbstläufer entwickelte. Über 3800 Besucher und 59 Gruppenführungen würden eine deutliche Sprache sprechen. Auch im neuen Jahr ruhe man sich nicht auf den Lorbeeren aus, schon nächste Woche beginnt „Hand auf Herz“, eine Ausstellung zum Valentinstag und dann begebe man sich mit Aktionen auf Spurensuche, zum Lutherjahr, nach katholischen und evangelischen Pfaden in Oettingen.

Freifunk Ulrich Berens vom Verein „Freifunk-Donau-Ries“ stellte anschließend die Initiative zum Aufbau eines freien und offenen W-LAN im Landkreis vor. Wie das genau funktioniert, was Freifunk ist und wie die Stadt, Geschäfts- und Privatleute dabei selbst aktiv werden können, wurde intensiv diskutiert, aber als es dann zu sehr ins (dennoch sehr interessante) Detail ging, unterbrach Bürgermeisterin Petra Wagner den etwas ausufernden Diskurs und verwies die Angelegenheit in den Stadtrat, der sich mit diesem Thema nochmals auseinandersetzen und gegebenenfalls Entscheidungen treffen werde.

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11.02.2017

Eine geniale Idee für das Jahr 2017. Ich bin sehr gespannt, was sich die Glücksbringer in diesem Jahr über der Oettinger Dächerlandschaft einfallen lassen werden.

Störche haben ihren eigenen Kopf

Rückblende Oettingen 2016.

Ja und dass die unendliche Geschichte bald nicht mehr überschaubar ist kann man sich hier leicht vorstellen.

Plötzlich fing ein Paar emsig das Bauen auf dem Strommast neben dem Getränkemarkt am Kreisel an. Zum Glück trug ein Glücksbringer den altbewährten Elsa Ring über der Ferse. Tatsächlich war es das Paar vom Prinzessinnenbau, die Registriernummer zeigt es deutlich – es ist ihr Zweitwohnsitz, also kein nächstes Storchenpaar.

Ziemlich klammheimlich, entstand das allerletzte Nest für das Jahr 2016 am Klosterplatz. Nest Nummer 11 mit einem neuen Paar. Natürlich ist es auch hier für eine Brut zu spät gewesen.

Oettingen geht mit seinen 10 Nestern und 10 Storchenpaaren (der Zweitwohnsitz zählt nicht) bestimmt ins Guinnessbuch der Rekorde ein.

Was geht so vor in einem Storchenkopf? Rätsel über Rätsel, sie fragen nicht, sie kreisen, suchen und probieren – letztendlich haben sie sich entschieden. In der Mitte der Stadt muss es sein, die Nähe zum Menschen ist wichtig - der Kirchturm als Wahrzeichen der Menschlichkeit ist scheinbar von großer Bedeutung.

Es stört sie kein Glockenschlag und kein Sirenengeheul, kein Autolärm und auch kein Menschengewimmel. Hauptsache mittendrin, hoch hinaus und doch unerreichbar. Außerhalb wohnen? NEIN, wir wollen sehen, spüren, hörenund mitfeiern.

Die Wiesen rings um die Stadt an der Wörnitz, sie garantieren für lecker feuchtes Essen, quakende Frösche, von Würmern durchzogene Rinnsale, bunte Wiesenvielfalt mit allerlei krabbelnden Käferfamilien. Der Tisch der Natur in diesem Paradies ist für die Glücksbringer wohl noch reichlich gedeckt.

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