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Zivilcourage: Der U-Bahn-Held von Berlin kommt aus dem Ries

Zivilcourage

Der U-Bahn-Held von Berlin kommt aus dem Ries

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    Ein 18-Jähriger hatte einen 29-Jährigen in der Nacht zum Samstag im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße unvermittelt angegriffen und schwer verletzt.
    Ein 18-Jähriger hatte einen 29-Jährigen in der Nacht zum Samstag im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße unvermittelt angegriffen und schwer verletzt. Foto: dapd

    Millionen wurden zu entsetzten Augenzeugen, als am Osterwochenende in den Nachrichten die Aufnahmen einer Überwachungskamera in der Berliner U-Bahn veröffentlicht wurden: Ein Täter schlägt einen Mann zu Boden, tritt viermal auf seinen Kopf. Dann nimmt er Anlauf zum nächsten Tritt, der mit hoher Sicherheit tödlich gewesen wäre. In diesem Moment stürmt von rechts ein Mann ins Bild, wirft den Täter aus der Bahn, wird vor den Augen der gesamten Nation zum Lebensretter. Dieser Mann ist der 21-jährige Georg Baur aus Hürnheim.

    Baur ist übers Wochenende auf Besuch in Berlin und in der Tatnacht gerade auf dem Nachhauseweg von einem Club. An der Station Friedrichstraße wartet er wie viele andere auf seine U-Bahn - aber er ist der einzige, der einschreitet, als zwei Täter einen jungen Mann malträtieren. Baur schlichtet, fordert die Streitsuchenden auf, den Mann in Ruhe zu lassen. Das tun sie zunächst, dann hört der Rieser, wie es zu einer Rangelei kommt, es gibt einen Schlag. Georg Baur steht auf und sieht nach, eine Säule versperrt ihm die Sicht. Als er näher kommt, sieht er das Opfer bereits reglos am Boden liegen – es ist der Moment, in dem der Schläger noch einmal Anlauf nimmt.

    Keiner kommt zu Hilfe

    Der 21-jährige Mann aus dem Ries ringt den 18-jährigen Schläger nieder, hält ihn im Schwitzkasten. Dann folgt die nächste unfassbare Episode: Der ebenfalls 18-jährige Freund des Täters springt Georg Baur mit Anlauf von hinten an – zehn bis 20 Schaulustige stehen zum Teil nur einen Meter entfernt, aber keiner rührt sich. Lediglich eine junge Frau rennt los und drückt einen Alarmknopf.

    „Ich habe gesehen, wie ungeheuer wichtig es ist, zu helfen“, sagt Georg Baur, nachdem auch er seinen Schock verdaut hat. „Auch jetzt bereue ich nicht, dass mir vielleicht größere Gefahren gedroht hätten. Lieber wäre ich verletzt worden, als dass ich mir hätte sagen müssen: ‚Vor deinen Augen wurde jemand totgeschlagen und du hast in den Boden geschaut.’ Damit könnte ich nicht leben.“

    Wie Georg Bauer sein Eingreifen erlebt hat, was in ihm während und nach der Tat vorging und wie verzweifelt er Passanten um Mithilfe bat, lesen Sie am Mittwoch im Lokalteil der Rieser Nachrichten und im überregionalen Teil der Augsburger Allgemeinen.

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