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Alerheim: Bürgerversammlungen thematisieren Hundekotbeutel und Müll

Alerheim

Bürgerversammlungen: Wenn das Verhalten Einzelner zum Problem wird

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    Bei den Bürgerversammlungen in Alerheim ein Thema: Statt in den vorgesehenen Mülleimer wirft mancher seinen Hundekotbeutel einfach in die Landschaft.
    Bei den Bürgerversammlungen in Alerheim ein Thema: Statt in den vorgesehenen Mülleimer wirft mancher seinen Hundekotbeutel einfach in die Landschaft. Foto: Gitte Händel

    Er begann mit einer Betrachtung zur Lage in der Welt und führte über Anmerkungen zur Politik in Deutschland zu den konkreten Anforderungen in seiner Gemeinde: Bürgermeister Alexander Joas war zu Bürgerversammlungen in Bühl, Rudelstetten, Wörnitzostheim und Alerheim. Die Veranstaltungen enden häufig noch eine Ebene konkreter, beim Verhalten Einzelner: nicht regelkonform, schwer nachvollziehbar.

    Joas begann mit einem Zitat von Mahatma Gandhi: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.“ Es sei immer irgendwo Krieg gewesen, seit er Bürgermeister wurde, sagte Joas, das Wanken der Weltwirtschaft sei zu spüren. „Auch wir Kommunen bluten an den Preissteigerungen.“ Auf bundespolitischer Ebene sieht er kritisch, dass es vor allem darum gehe, die eigenen Parteiinteressen durchzusetzen. Dass es in der Gemeinde anders ist, hebt er hervor: unterschiedliche Meinungen ja, Streit auf Kosten der Interessen der Kommune, nein.

    Deshalb steht Alerheim 2026 finanziell schlechter da

    Was gibt es zu berichten aus der politischen Gemeinde? Aus der Vielzahl der Themen, die Joas in etwa 90 Minuten angesprochen hat, eine kleine Auswahl. Es sei toll, eine gut laufende Schule im Ort zu haben. Dank der Schüler aus Harburger Ortsteilen werde sie sich auch halten können. Bei der Vorstellung der Ein- und Ausgaben der Gemeinde machte er deutlich, warum es zu einem Defizit kommt: Weil die Einnahmen bei der Gewerbesteuer vor zwei Jahren überdurchschnittlich gut waren, erhält die Gemeinde in diesem Jahr keine Schlüsselzuweisungen. Es fehlen 590.000 Euro im Vergleich zum letzten Jahr. „Das tut uns richtig weh“. Die „zweite große Ohrfeige“ sei die Kreisumlage. Sie wird um 685.000 höher sein als im letzten Jahr. Ende 2025 hatte Alerheim 1,4 Millionen Euro Schulden, Ende 2026 könnten es fast 1,8 Millionen sein.

    Joas hob die Bedeutung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ries hervor. Müsste Alerheim sich selbst verwalten, würde das 600.000 bis 800.000 Euro pro Jahr kosten, wie man aus vergleichbaren Gemeinden wisse. Für die gemeinsame Verwaltung durch die VG fallen dagegen nur 240.000 Euro an. „Es ist die absolut beste Lösung“, sagte er in Wörnitzostheim. Am Beispiel der Anschaffung von Mannschaftstransportwagen (MTW) für die Feuerwehren in Alerheim und Rudelstetten machte Joas den Unterschied deutlich, den eine Beantragung von Fördermitteln machen kann. Der MTW in Alerheim werde „planmäßig“ beschafft, also mit Beantragung von Fördergeldern. Begonnen wurde mit der Beschaffung schon 2024, verfügbar werde das Fahrzeug wohl Ende Juni. Die Kosten lägen bei 102.000 Euro, der Zuschuss bei 18.000 Euro. Der MTW in Rudelstetten hatte Ende 2025 einen Motorschaden, musste außerplanmäßig ersetzt werden. Ohne Fördergelder war er in kurzer Zeit und für den halben Preis verfügbar.

    Ein besonderer Dank galt der kurz zuvor verstorbenen Sieglinde Besel. Ihr wurde für den Aufbau der Nachbarschaftshilfe „Helfende Hände“ der Bayerische Demografiepreis verliehen.

    Welche Probleme gibt es? Hundekotbeutel sind eines: Sie würden zwar benutzt und auch verknotet, dann aber einfach „in die Prärie“ geworfen. Es geht fast immer um Wirtschaftswege, um Löcher, die ausgebessert werden sollten. Es wurde gefragt, ob nicht der Grünsammelplatz wieder geöffnet werden könne. Damit sind wir beim Verhalten Einzelner. Auf dem Sammelplatz wurden unter anderem Betonstücke illegal abgelegt, das Verwerten der Grünabfälle würde sich immens verteuern. Also nein. In Rudelstetten fühlen sich einige durch freilaufende Hunde bedroht. Wenn möglich, versucht Joas Probleme sofort anzugehen. Mit der Hundebesitzerin habe er schon gesprochen. Alles andere werde er mit dem Gemeinderat bei der nächsten Sitzung klären. Sie findet am 2. Juni statt.

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