Für große Betroffenheit hat in Nördlingen ein Badeunfall im neuen Kraterbad gesorgt: Wie berichtet, wurde ein sechs Jahre altes Mädchen von Gästen reglos im Lehrschwimmbecken gefunden, sofort herausgezogen und reanimiert. Ein Mitarbeiter eilte zu Hilfe, ein anderer wählte den Notruf. Das Kind konnte schließlich zum herbeigerufenen Rettungshubschrauber laufen, mehr ist über seinen Gesundheitszustand nicht bekannt. Laut Wasserrettungsexperte Rolf Bergdolt von der DLRG Mönchsdeggingen haben die Badegäste genau richtig reagiert. Er warnt Eltern: Selbst Kinder, die das Seepferdchen-Schwimmabzeichen haben, sollten nicht unbeaufsichtigt ins Wasser gelassen werden.
Schließlich müssten Buben und Mädchen beim Seepferdchen „nur“ 25 Meter schwimmen können. Wenn die Bewegung im Wasser gestört werde - etwa weil jemand nebenan spritzt - dann bekämen Kinder oft Panik, sagt Bergdolt: „Sie können noch nicht effizient schwimmen.“ Man könne einen guten Schwimmer nicht anhand der Meterzahl festmachen, die er bewältige, sondern am Umgang mit dem Wasser, betont der Vorsitzende der DRLG Schwaben. Deshalb rät er auch eindringlich dazu, dass Mütter und Väter in Frei- oder Hallenbad ihr Handy in der Tasche lassen: „Das ist zu gefährlich.“ Man müsse stets ein Auge auf die Kinder haben, denen noch das Gefahrenbewusstsein im Wasser fehle, genau wie beispielsweise im Verkehr.
Rolf Bergdolt: Eltern sollen Handy im Frei- und Hallenbad in der Tasche lassen
Insgesamt nehme die Schwimmfähigkeit von Kindern immer weiter ab, sagt Bergdolt. Das liege zum einen daran, dass es zu wenige Hallenbäder gebe, aber auch zu wenig Schwimmunterricht. Gerade Buben und Mädchen mit Migrationshintergrund hätten Defizite, weil ihre Eltern oft selbst nicht schwimmen und ihnen es deshalb auch nicht zeigen könnten. Bergdolt erinnert an den Fall eines 19-Jährigen, der 2024 im Wemdinger Waldsee ertrunken war. Sehe man einen Buben oder ein Mädchen regungslos im Wasser, dann müsse man das Kind sofort herausziehen, die Atmung prüfen, Hilfe rufen und mit der Wiederbelebung, also der Herzdruckmassage, beginnen. Im Kraterbad sei das dem RN-Bericht zufolge genau richtig abgelaufen. Merken könne man sich die Dreier-Regel „Prüfen, rufen, drücken“.
Für die Benutzung des neuen Hallenbades im Rieser Sportpark hatte der Nördlinger Stadtrat im Vorfeld eine Satzung erlassen. Darin steht in Paragraf drei: „Kindern bis zur Vollendung des 8. Lebensjahres ist der Zutritt und Aufenthalt nur in Begleitung einer verantwortlichen Person gestattet, die die Aufsichtspflicht und Haftung für die Kinder übernimmt.“
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