Die Sorge, es könnten sich wegen der vielen Parallelveranstaltungen zu wenig Zuhörer einfinden, erwies sich als unbegründet, die Sommerhalle des Ochsenzwingers war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Chorgemeinschaft Nördlingen unter der Leitung von Elke Moll hatte zu einer Serenade eingeladen, unter dem Motto „Himmlisches Vergnügen“. Es begann mit dem Sängerspruch „So G‘sell, so“ vom Chor.
Und als Beethovens „Ode an die Freude“ angestimmt wurde, war das Publikum angehalten, nach der ersten Strophe mitzusingen, was auch spontan gelang. Es folgte ein instrumentales Intermezzo. Mit Kurt Moll, Piano, Wladimir Dederer, Akkordeon, Christian Möwes, Querflöte und Martin Schnierer am Schlagzeug haben sich vier Vollblut-Musiker zusammengetan, um traditionelle irische Volksweisen aufzuführen.
Chorgemeinschaft begeistert Publikum mit Serenade im Ochsenzwinger
Mit welch Leichtigkeit und gleichzeitig gewissenhafter Professionalität die Vier hier aufspielten, große Klasse. Doch der Chor stand diesem musikalischen Erlebnis in keinster Weise nach. „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und „Wunderbar ist die Welt“ - bei „Satchmo“ Armstrong „What a Wonderful World“ - wurde souverän vorgetragen, der Sopran, auch in den höheren Lagen, mit hellem Klang, der Alt vollkommen ebenbürtig; und einigen Sängerinnen konnte man die Freude am Singen förmlich vom Gesicht ablesen.
“Geh aus mein Herz“ - und wieder sangen Chor und Publikum gemeinsam diese wundervollen Verse Paul Gerhardts, über die Schönheit unserer irdischen Gärten, die einen kleinen Vorgeschmack auf das, wie es wohl schließlich im Garten Christi sein wird, gibt. “Hinter‘m Horizont geht‘s weiter“ - und das zum 80. Geburtstag von Udo Lindenberg. Die Männer, die sich, wiewohl zahlenmäßig eindeutig unterlegen, selbstbewusst und bravourös mit kräftigen Stimmen präsentierten, hatten sich mit Lindenbergs typischen Insignien, Hut und Sonnenbrille, geschmückt, was von Udo sicherlich mit einem „Hallöchen Hallo“ begrüßt worden wäre. Wie auch in allen anderen Liedern reagierte der Chor, von Kurt Moll einfühlsam begleitet, auf alle Anweisungen der Dirigentin Elke Moll. Das Ehepaar Moll, das ja an vielen musikalischen Projekten beteiligt ist, ist für das kulturelle Leben Nördlingens ein Glücksfall. “Und bis wir uns wiedersehen halte Dich Gott fest in seiner Hand“, mit diesem irischen Segensspruch beendete der Chor einen Abend, der dem Publikum sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. (AZ)
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