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Dornstadt: Mobilfunkmast soll Dornstadt und Lochenbach besser versorgen

Dornstadt

Mobilfunkmast soll Dornstadt und Lochenbach besser versorgen

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    Blick vom geplanten Mobilfunk-Standort auf das Nordrieser Dorf Dornstadt.
    Blick vom geplanten Mobilfunk-Standort auf das Nordrieser Dorf Dornstadt. Foto: Robert Kaußler

    Der Gemeinderat der Nordrieser Gemeinde Auhausen befasste sich bereits im Januar 2021 mit einem Thema, das eine gewisse Brisanz in sich bergen dürfte: der Mobilfunk-Netzverbesserung im Gemeindegebiet. Im Gemeindeteil Dornstadt gibt es noch immer einen sogenannten "weißen Fleck" in der Mobilfunkversorgung, einer von circa 1200 im Bundesgebiet. Bei einer Infoveranstaltung mit Online-Übertragung wurde über Standorte, aber auch über das Thema Strahlenbelastung gesprochen.

    Die Netzversorgung im Gemeindeteil Auhausen gilt als sichergestellt, war aber vor knapp 20 Jahren ein großes Politikum in der Kommune. Nachdem die existierende Versorgungslücke im Gemeindeteil Dornstadt bekannt ist und in "unserer Kommunikationsgesellschaft die Funk- und Breitbandversorgung ein wesentliches Argument für die nachrückende Generation darstellt", müsse über eine "ausreichende Versorgung zumindest nachgedacht und zugleich frühere Fehler vermieden werden", sagte Bürgermeister Martin Weiß bei einer Infoversammlung. Somit waren die Gremiumsmitglieder aus dem zweitgrößten Ortsteil der Nordrieser Gemeinde bereits im Vorfeld aufgerufen, in Klausur zu gehen.

    Im Ergebnis war der geäußerte Wunsch aus der Bevölkerung und der sachliche Bedarf zu erkennen, tätig zu werden und neben einer ersten rechtlichen Sondierung die Anforderungen zu Standort und Strahlung auszuloten. Martin Weiß sagte: "Insbesondere die Situation, wonach die Gemeinde Auhausen als Raum mit besonderem Handlungsbedarf im Landesentwicklungsplan beziehungsweise im Heimatplan 2018 des Freistaates Bayern eingestuft ist, bringt in einem eventuellen Förderverfahren nennenswerte Vorteile, falls die Gemeinde als Errichter und Betreiber eines Sendemastes auftreten müsste."

    Mobilfunk in Dornstadt: Markterkundung fand mit der VG Oettingen statt

    Im Folgenden war mit der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen eine Markterkundung auf den Weg zu bringen, das bedeutete, eine förmliche Kontaktaufnahme mit den Mobilfunkanbietern. Zwischenzeitlich ist der eigenwirtschaftliche Ausbau geprüft und dies durfte zu zwei Rückmeldungen führen. Ein erster technisch umsetzbarer Vorschlag sollte aber das Ortsbild Dornstadts mit Schloss zu sehr beeinträchtigen, sodass ein Alternativplatz "am Steinbruch", unweit vom Mehlberg mit deutlichem Abstand zur Ortsbebauung, favorisiert wurde.

    Um sich nun dem selbst auferlegten Grundsatz treu zu bleiben, "die Bevölkerung von Anfang an aktiv zu beteiligen", konnte vor einigen Tagen die Bürgerschaft aus Dornstadt zu einer Informationsveranstaltung geladen werden, zu welcher mit Christian Schilling ein kompetenter Vertreter der Firma Vodafone anwesend war.

    Fehlende Versorgung an der Grenze zum Oettinger Forst

    In seiner Einleitung zeigte Schilling den Ist-Zustand mit der fehlenden Versorgung an der Grenze zum gemeindefreien Gebiet des Oettinger Forstes auf und stellte sich den Fragen der anwesenden Zuhörer in der Mehrzweckhalle Auhausen und im angebotenen Livestream.

    Ein auf Firmenkosten zu errichtender Mast mit circa 40 Metern Höhe könnte ein Jahr nach der Plangenehmigung in Betrieb gehen und die Ortsteile Dornstadt/Lochenbach versorgen. Auch dürfe der Aspekt "Freizeit" in dem weiträumigen Waldgebiet mit seinen zahlreichen Nutzern sowie der verbesserten Versorgung der Verkehrswege im Umland bei einer Bedarfsanalyse nicht unterschätzt werden, führte der Experte aus. Der Mast werde auch allen anderen Netzbetreibern zu Mitnutzung angeboten.

    Ein im Erkundungsverfahren als technisch geeigneter Standort ausgewählt: Der alte Steinbruch, dem Mehlberg vorgelagert.
    Ein im Erkundungsverfahren als technisch geeigneter Standort ausgewählt: Der alte Steinbruch, dem Mehlberg vorgelagert. Foto: Robert Kaußler

    Zum Thema "Strahlenbelastung" bedürfe es einer objektiven Auseinandersetzung und bei ehrlicher Abwägung sei zu sagen, dass die kumulierte Belastung in jedem Haushalt beispielsweise mit Mobil- und DECT-Telefon oder WLAN wesentlich höher sei als die Strahlung eines Senders mehrere hundert Meter vor dem Dorf, sagte Schilling. Die Umstellung auf 5G mache bei den einzusetzenden Frequenzbereichen "standortbedingt keinen Sinn". Die Anbindung werde per Richtfunkstrecke zu einem benachbarten Mast mit Glasfaseranschluss bewerkstelligt.

    Mit dem Ergebnis will die Gemeinde Auhausen in die nächste Gemeinderatssitzung gehen

    In einem weiteren Themenblock konnten die Fragen zur Infrastruktur (Strom, Wegerecht), zur Grundstückssituation und unter anderem zu einer angedachten Kombination mit einem Windrad abschließend beantwortet werden. Auch die "Gebietskulisse" sei insgesamt als unkritisch einzustufen.

    Die grundsätzliche Frage der Anwesenden "Warum soll sich die Firma Vodafone für ein kleines Dorf interessieren?" konnte mit Blick auf die 2019 auferlegte politische Vorgabe beantwortet werden, dass "jeder Betreiber 99 Prozent der Haushalte in Bayern erreichen" muss. Bürgermeister Weiß resümierte, dass "wohl niemand ernsthaft gegen dieses Projekt" sei. Weiterhin sagte er zu, mit diesem Ergebnis in die nächste Gemeinderatssitzung zu gehen, um anschließend eine Vereinbarung zu unterzeichnen.

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