Startseite
Icon Pfeil nach unten
Nördlingen
Icon Pfeil nach unten
Wallerstein
Icon Pfeil nach unten

Wallerstein: Zehn Mitfahrbänke in Wallerstein eingeweiht

Wallerstein

Zehn Mitfahrbänke in Wallerstein eingeweiht

  • |
  • |
  • |
    Am Ortsausgang von Wallerstein in Richtung Ehringen steht eine von zehn Mitfahrbänken. Wer nach Nördlingen mitgenommen werden möchte, muss nur den Zielort anschlagen und warten.
    Am Ortsausgang von Wallerstein in Richtung Ehringen steht eine von zehn Mitfahrbänken. Wer nach Nördlingen mitgenommen werden möchte, muss nur den Zielort anschlagen und warten. Foto: Matthias Link

    Ein besonderes Angebot, das den öffentlichen Personennahverkehr ergänzt, ist am Samstag in Wallerstein gestartet. In der Marktgemeinde wurden zehn Mitfahrbänke mit einem kleinen Festakt eingeweiht. Die Idee ist simpel, sie kann das Zusammenleben in der Gemeinde aber sehr bereichern.

    Wer etwa nach Nördlingen fahren möchte, aber kein eigenes Auto besitzt, kann sich auf die Mitfahrbank setzen und warten, bis ein freundlicher Autofahrer oder eine Autofahrerin vorbeikommt und ihn mitnimmt. Derjenige, der eine Mitfahrgelegenheit sucht, muss nur zuvor eines der Schilder mit den verschiedenen Zielorten auswählen und an der Stange anschlagen, die sich neben der Mitfahrbank befindet.

    Ohne sie gäbe es die Mitfahrbänke nicht. Die Wallersteiner Gemeinderäte in der hinteren Reihe von links: Klaus Engelbrecht, Thomas Paus, Manfred Steger und Brigitte Kuhberger. Auf der Bank sitzend von links: Zweiter Bürgermeister Georg Stoller, Sprecher der Interessengemeinschaft Wallerstein Erich Reuter und einer der Sponsoren, Paul Ritter, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Ries.
    Ohne sie gäbe es die Mitfahrbänke nicht. Die Wallersteiner Gemeinderäte in der hinteren Reihe von links: Klaus Engelbrecht, Thomas Paus, Manfred Steger und Brigitte Kuhberger. Auf der Bank sitzend von links: Zweiter Bürgermeister Georg Stoller, Sprecher der Interessengemeinschaft Wallerstein Erich Reuter und einer der Sponsoren, Paul Ritter, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Volksbank Ries. Foto: Matthias Link

    In der Gemeinde Wallerstein gibt es jetzt zehn Mitfahrbänke

    Fünf Mitfahrbänke befinden sich in Wallerstein selbst: zwei davon bei der Bushaltestelle in der Hauptsraße (in beide Richtungen jeweils eine Bank), bei der Tankstelle am Ortsausgang in Richtung Ehringen, in der Weinstraße in Richtung Birkhausen und am Ortsausgang in Richtung Benzenzimmern. In Birkhausen und Ehringen wurden jeweils zwei Bänke aufgestellt und in Munzingen eine weitere.

    Erich Reuter hat das soziale Projekt initiiert, er ist Sprecher des Vereins Interessengemeinschaft Wallerstein. Bei dem kleinen Festakt am Samstagmittag in der Wallersteiner Hauptstraße, vor einer der Mitfahrbänke, zu dem neben Vertretern der Interessengemeinschaft mehrere Gemeinderäte und ein Sponsor gekommen waren, sagte Reuter, dass der Verein mit den Mitfahrbänken das Mobilitätsangebot in der Marktgemeinde verbessern möchte. Gleichzeitig könne damit ein Beitrag zum Gemeinschaftsleben geleistet werden, denn das Mitnehmen von Gemeindemitgliedern im eigenen Auto kann auch als eine Form der Nachbarschaftshilfe gesehen werden.

    Mitfahrbänke für Menschen ohne Auto in der Gemeinde Wallerstein

    Die Interessengemeinschaft hatte dabei vor allem ältere Menschen im Blick, die vielleicht kein eigenes Auto mehr haben und nicht mehr so mobil sind. Insofern ist das Projekt auch eine Antwort auf den demografischen Wandel. Reuter meinte: "Soziales Engagement durch uns alle bereichert unsere Gesellschaft enorm und wir alle profitieren davon." Gerade, wenn die Zeiten schwieriger würden, sei das Engagement umso notwendiger. Reuter forderte die anwesenden Gäste auf: "Machen Sie mit! Probieren Sie es doch bitte selbst einmal aus!"

    Erste Mitfahrbänke gab es 2015 in der Eifel

    Der Sprecher der Interessengemeinschaft ging auch auf die Geschichte der Idee ein: 2015 sei in der Eifel, in dem Ort Speicher, von der Größe her vergleichbar mit Wallerstein, die erste Mitfahrbank in Deutschland aufgestellt worden. Von dort aus habe sich die Idee in Deutschland verbreitet. 2018 erarbeitete die Interessengemeinschaft ein Konzept für die Gemeinde und stellte dieses im Gemeinderat vor, wo ein entsprechender Anschaffungsbeschluss gefasst wurde. Wie Reuter klarstellte, sollen die Bänke den ÖPNV in der Gemeinde nicht ersetzen, sondern ergänzen. 2019 habe es auch bereits Gespräche mit dem damaligen Nördlinger Oberbürgermeister Hermann Faul gegeben, der der Interessengemeinschaft zugesagt habe, vor dem Baldinger Tor ebenfalls eine Bank aufzustellen, damit die Leute auch wieder heimfahren könnten. Wegen der Pandemie und der Kommunalwahl im Frühjahr 2020 sei es aber nicht mehr dazu gekommen. Die Interessengemeinschaft wolle deshalb noch mal auf die Stadt Nördlingen zugehen.

    Sieben der Bänke finanzierte die Gemeinde Wallerstein (eine Bank kostete rund 1000 Euro) und jeweils eine Bank sponserten die Raiffeisen-Volksbank Ries, die Sparkasse Dillingen-Nördlingen und die Interessengemeinschaft Wallerstein. Hergestellt wurden die Bänke von den Werkstätten für Menschen mit Behinderung der Diakonie Neuendettelsau. Wallersteins Zweiter Bürgermeister Georg Stoller äußerte den Wunsch, dass die Bänke einen guten Start haben mögen.

    Im Ostalbkreis ist die Einrichtung von Mitfahrbänken laut Erich Reuter stärker verbreitet, denn dort würden die Bänke im Rahmen eines Landkreisprojekts aufgestellt. Entsprechend gebe es im Nachbarlandkreis in fast jedem Ort eine solche Bank, etwa in Goldburghausen, Benzenzimmern oder Kirchheim.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden