Feuerwehrfest: Bollstadt feiert 150 Jahre Feuerwehr und ehrenamtliches Engagement
Bollstadt
Bollstadt feiert 150 Jahre Feuerwehr: Generationen wachsen durch Wehren zusammen
Die Feuerwehr in Bollstadt feiert ihr 150-Jähriges groß. Warum sich eine Gruppe beim Festdamen-Wettbewerb zurückhält und welche Idee zwei Bürgermeister haben.
Die Festdamen und Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr feiern in Bollstadt ihr Jubiläum.Foto: Gitte Händel
Sie sind die Ersten, die in diesem Jahr ihr Jubiläum feiern: die Freiwillige Feuerwehr in Bollstadt, die 150 Jahre alt wird. Das Fest begann am 30. April mit einer Party, es endet am Montag mit dem Zapfenstreich nach einem politischen Abend mit dem bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Höhepunkt war der Festumzug mit 72 teilnehmenden Organisationen am Sonntag. Gefeiert wurde und wird an höchster Stelle: Das Zelt steht auf dem Bollstädter Geisberg. Bei klarem Wetter hat man einen beeindruckenden Weitblick. Am Freitag konnte man die Zugspitze sehen, etwa 200 Kilometer entfernt.
Am Freitag eröffnete eine Totenehrung das Jubiläumsfest. Pater John Paul Offiah leitete die Feier, die Festdamen sprachen Fürbitten und Kommandant Denis Lang erinnerte an die Verstorbenen. Ihnen gelte Dank und Erinnerung. „Etwas von ihnen bleibt lebendig in uns“, so Pater John. Gegründet wurde die Bollstädter Feuerwehr nach zwei verheerenden Bränden 1872 und 1876. Die Kaibergstraße und der Bereich „Am Espen“ wurden damals völlig zerstört.
Nach sechs Schlägen fließt das Bier beim Feuerwehrfest in Bollstadt
Party, Festdamen-Wettbewerb: So wird beim Feuerwehrfest in Bollstadt gefeiert
Die Freiwillige Feuerwehr Bollstadt feiert ihr 150-Jähriges Jubiläum mehrere Tage lang. Unsere Fotografen haben die Impressionen eingefangen - von Bieranstich bis Party.
Die verantwortungsvolle Aufgabe des Bieranstichs übernahm Schirmherr Roland Ott, assistiert von Festwirt Christian Reitschuster. Nach sechs Schlägen floss das Bier. Zu der Zeit war das Festzelt noch ziemlich leer, nur etwa ein Drittel der Tische besetzt. Doch das änderte sich dann glücklicherweise: Als der Wettbewerb der Festdamen begann, war das Zelt gut gefüllt. Der Bollstädter Johannes Warth moderierte den Nachmittag. Ihm gelang es, selbst dem fast leeren Zelt als Übung für den Wettbewerb einen Beifallsturm zu entlocken. Ihre Tänze zeigten die Festdamen von Oberringingen, Großsorheim, Amerdingen, Kleinsorheim, Appetshofen-Lierheim und Bissingen-Hochstein-Unterbissingen und ohne Wertung die aus Bollstadt.
Die Jury bildeten Schirmherr Roland Ott und die „Festdamenmütter“ von 2001 und 2026, Birgit Schildenberger und Bettina Eisenbarth. Beurteilt wurden unter anderem Ausstrahlung, Outfit und Choreografie. Das Publikum konnte ebenfalls seine Stimme abgeben: hier entschied die Stärke des Applauses. Siegerinnen des Abends waren die Damen aus Kleinsorheim. Die Festdamen der Freiwilligen Feuerwehr in Aufhausen hielten sich zurück. Ihr Jubiläum findet in drei Wochen statt, deswegen wollten sie ihren Tanz nicht jetzt schon zeigen. Diese zeitliche Nähe der beiden Feste brachte die Bürgermeister Andreas Bruckmeier von Forheim-Aufhausen und Xaver Berchtenbreiter von Amerdingen-Bollstadt an der Kaffeebar etwas spät auf eine ausgefallene Idee: Hätten sie nicht vielleicht ein Zelt an der Verbindungsstraße zwischen Aufhausen und Bollstadt aufstellen sollen? Und es für beide Feste nutzen und dafür Fördermittel beantragen? Dazu muss man wissen, dass die beiden Gemeinden gerade über die Sanierung dieser Verbindungsstraße verhandeln und sich nicht so ganz einig sind.
Aufgaben der Feuerwehren haben sich verändert, sagt der Bollstädter Schirmherr
Bürgermeister Berchtenbreiter hatte zum Fest noch eine besondere Aufgabe: Er testete unfreiwillig, ob alles barrierefrei zu erreichen ist. Nach einer Operation war er zwar wieder im Dienst, aber noch auf Gehstützen angewiesen.
Schirmherr Roland Ott ist noch immer aktiver Feuerwehrler. Das Jubiläum vor 25 Jahren hat er aktiv mitgestaltet. Die Aufgaben der Wehr hätten sich sehr verändert in dieser Zeit, sie seien immer anspruchsvoller geworden. Brände löschen stünde nicht mehr im Vordergrund, Hilfeleistungen bei Unfällen hätten deutlich zugenommen. Doch auch innerhalb der Wehren habe sich etwas verändert, stelle er erfreut fest: Die Zusammenarbeit von Jung und Alt sei immer besser geworden.
Diese Zusammenarbeit prägt auch das Fest. Denn der Aufwand bei einer solchen Großveranstaltung ist immens. Kommandant Denis Lang erzählte, dass er seit Wochen nachts höchstens vier Stunden schläft. Drei Jahre hätten sie die Feier vorbereitet, sagte Martin Schiele vom Festausschuss. Für das Gelingen des Festes sorgen nicht nur die Feuerwehrler und die Bollstädter, sondern auch 100 Personen aus den umliegenden Gemeinden. Man helfe sich gegenseitig, das funktioniere sehr gut. Und so wird das Fest zu einem Genuss für alle. Familie Grandy etwa ist extra aus Mönchsdeggingen gekommen, Georg Häusler findet es schön, dass man auf diesen Festen von jungen Leuten ein viel besseres Bild bekommt. Der Nachwuchs für die Wehr hatte seinen Spaß beim Kinderschminken oder in den Hüpfburgen. Und für die Kinder des Kinderhauses Amerdingen gab es einen großen Auftritt: Sie tanzten auf der Bühne in „Uniform“. Die Leitung hatte Anita Wiedemann. Für das Wetter ist übrigens der Schirmherr verantwortlich: genau so habe er es bestellt, meinte Roland Ott bei strahlendem Sonnenschein am Freitag.
Auch der Umzug durfte natürlich nicht beim Feuerwehrfest in Bollstadt fehlen.Foto: Werner Rensing
Heizte am Samstagabend ein: die Kapelle Josef Menzl.Foto: Werner Rensing
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