Die Vorbereitungen für den Bau des Zentralklinikums des Ostalbkreises in Essingen nehmen Fahrt auf: Der Essinger Gemeinderat wird im März damit beginnen, einen Bebauungsplan aufzustellen für das rund zehn Hektar große Areal zwischen der Gemeinde und der Bundesstraße 29. Im Mai soll der neun Monate dauernde europaweite Architektenwettbewerb für die eigentliche Entwurfsplanung des Klinikneubaus ausgeschrieben und gestartet werden. Parallel dazu läuft dann die Raum- und Funktionsplanung.
Mit dem Baubeginn rechnen die Verantwortlichen in etwa dreieinhalb Jahren, also etwa um die Jahreswende 2028/29. In acht bis zehn Jahren soll das neue Krankenhaus stehen. Landrat Dr. Joachim Bläse, der am Montag die Presse und den Betriebsausschuss Klinikimmobilien des Kreistags informiert hat, hofft sogar auf eine frühere Fertigstellung im Jahr 2032. Denn ihn drückt das Defizit, das die Kliniken Ostalb jährlich einfahren. Es liegt inzwischen bei mehr als 60 Millionen Euro, sodass der Ostalbkreis damit im Land ungewollt Spitzenreiter ist. Bläse: „Jeder Tag, den wir schneller fertig sind, verbessert unser betriebswirtschaftliches Ergebnis!“
Planung des Raumprogramms für das neue Zentralklinikum soll im Mai fertig sein
Der Klinikneubau ist bekanntlich Kern des sogenannten Zukunftskonzepts, das der Kreistag im vergangenen September beschlossen hat mit dem Ziel, die Krankenhausversorgung sowohl zukunftsfest als auch wirtschaftlich tragbar zu organisieren und somit von den Defiziten herunter zu kommen. Wesentlich für den Neubau ist als einer der ersten Schritte eine sogenannte Baumassenstudie mit drei verschiedenen Modellen, die Aufschluss über die Gebäudeflächen und -höhen gibt, aber nicht zu verwechseln ist mit den späteren detaillierten Gebäudeansichten und Grundrissen der Architekten.
Auf der Grundlage von Vergleichsprojekten wurde vielmehr vorläufig der Flächenbedarf ermittelt. Daraus wurden drei Varianten für ein 3D-Modell entwickelt, die zeigen, wie die benötigten Flächen in einem Baukörper untergebracht werden könnten, der sich gut in das Grundstücksgelände in Essingen einfügt. Die detaillierte Planung des Raumprogramms erfolgt derzeit in umfangreichen Workshops mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kliniken Ostalb und soll im Mai fertig sein. Nach den Worten des Landrats konkretisieren sich auch die finanziellen Rahmenbedingungen für den Neubau, bei dem man bislang von Kosten in Höhe von 600 Millionen Euro ausgeht.
Projektleiterin des neuen Zentralklinikums im Ostalbkreis wird Jana Stauske
Man habe ziemlich genau in der geografischen Mitte des Kreises ein gutes Grundstück für ein fulminantes Projekt gefunden, freute sich Christoph Rieß, der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb. „Wir planen das neue Krankenhaus Schritt für Schritt von innen heraus, damit es auf die zukünftigen medizinischen Bedarfe, optimale Abläufe und Arbeitsbedingungen zugeschnitten ist.“ Federführend vorantreiben soll das Vorhaben als Projektleiterin Jana Stauske. Sie hat ihre Arbeit bereits aufgenommen, wurde am Montag im Ausschuss vorgestellt und ist Rieß zufolge eine „absolute Spezialistin für Krankenhausbauten“. Jana Stauske kommt aus Schwäbisch Hall, ist Diplom-Bauingenieurin mit Schwerpunkt Projektmanagement, hat 23 Jahre Berufserfahrung und ist seit zehn Jahren im Gesundheitswesen tätig. In dieser Zeit hat sie verschiedene Klinikbauprojekte verantwortet, unter anderem in Schwäbisch Hall und in Nürnberg.
Das Gelände für das künftige Zentralklinikum in Essingen ist nach ihren Worten dank seiner Hanglage ideal und soll über die Daimlerstraße direkt erschlossen werden. Der Essinger Bürgermeister Wolfgang Hofer ergänzte, aus Richtung Westen, also etwa aus Lorch und Schwäbisch Gmünd, sei es auf der Bundesstraße 29 hervorragend über den neuen Stockert-Kreisel erreichbar, aus Richtung Osten über die neue Zufahrt bei der Firma Lobo. „Das Grundstück liegt super“, sagte auch der Landrat freudestrahlend. Joachim Bläse: „Wir bauen in Essingen ein hochmodernes Krankenhaus in der Mitte des Landkreises, in dem die Menschen aus dem gesamten Ostalbkreis auch bei schweren und komplexen Erkrankungen hervorragend versorgt werden können. Neben der wohnortnahen Grund- und Notfallversorgung an unseren bestehenden Standorten in Ellwangen und Mutlangen, die wir auch in Zukunft sichern, wird der neue Standort Essingen der Dreh- und Angelpunkt unseres Zukunftskonzepts 2035.“
Stauske: Zentralklinikum in Esssingen soll zügig entstehen
Jana Stauske wird in einer Pressemitteilung des Kreises so zitiert: „Das Krankenhaus in Essingen wird ein Zukunftsprojekt, das den Kliniken Ostalb neue Strahlkraft verleihen wird. Es ist etwas sehr Besonderes und gleichzeitig eine große Herausforderung, die Projektleitung zu übernehmen. Wir werden alles daransetzen, den Neubau nun zügig voranzutreiben und dabei die Mitarbeitenden, die Nachbarn und die Bürgerschaft aus Essingen sowie alle Beteiligten mitzunehmen.“
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