In der Sendereihe „Unter unserem Himmel“ hatte das Bayerische Fernsehen im Jahr 2001 einen Dokumentarfilm über den Ort Hainsfarth und seine jüdische Geschichte ausgestrahlt. Kürzlich kam auf Einladung des Freundeskreises Synagoge Hainsfarth eine bemerkenswerte Anzahl von Vereinsmitgliedern und Gästen nach Hainsfarth, um nach einem Rundgang die Vorführung des zeitlosen Filmdokuments mitzuerleben.
Die Autorin des Films, Sybille Tiedemann, war ebenfalls an den Ort des Geschehens zurückgekehrt und berichtete von den Begegnungen mit den damaligen, inzwischen ausnahmslos verstorbenen Akteuren: mit der damaligen Betreuerin des jüdischen Friedhofs, die im Film über das Zusammenleben von Juden und Christen berichtet, mit Bürgermeister Max Engelhardt und mit der auskunftsfreudigen Zeitzeugin Ida Oltmann. Unter Führung von Gerhard Beck, dem Vorsitzenden des Vereins Rieser Kulturtage e.V. hatten die Teilnehmer einen Rundgang durch den einst von drei unterschiedlichen Glaubensrichtungen, darunter einer starken jüdischen Gemeinde, geprägten Ort gemacht. Es gab viele Informationen über das Leben in dem religiös getrennten, aber doch bürgerschaftlich zusammengehörenden Dorf, wobei Beck als „mittelbarer Zeitzeuge“ auch private Erinnerungen beisteuern konnte. Das Heimatgefühl wurde durch den gemeinsamen Nachmittag ebenso gestärkt wie das Bewusstsein der Verbundenheit mit den ausgewanderten, vertriebenen und im Dritten Reich getöteten Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
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