Der Wanderfalke fliegt in Kreisen über die Wiese, schraubt sich mit jeder Runde höher in den sonnigen Himmel. Weit unter ihm steht Jutta Kühnle und schwingt eine Leine durch die Luft. An deren Ende ist etwas befestigt, das wie eine tote Krähe aussieht. „Oh, jetzt kommt er schnell. Hinter dir!“, ruft Christoph Kühnle seiner Frau zu. Jutta wirft die künstliche Krähe nach oben, der Falke packt sie im Vorbeifliegen – nur um sie gleich wieder zu verlieren. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch gelingt sein Angriff: Erst fliegt er dicht am Boden, dann schwingt sich der Falke steil nach oben, krallt sich die Beute und flattert damit nach unten. Jetzt ist das Training beendet. Christoph Kühnle setzt sich den Falken auf den Unterarm, wo er mit dem Schnabel blutige Fetzen von einem Eintagsküken rupft – seine wohlverdiente Belohnung.
Munningen
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