Fotos zeigen, wie arg der Baum bei dem Unwetter am letzten Juniwochenende beschädigt wurde: Große Äste sind abgerissen, die Rinde ist an weiten Teilen des Baumes beschädigt und das Innere des Baumes ist zu sehen. Der Baum am Nähermemminger Weg auf halber Höhe zwischen Nördlingen und dem Ortsteil ist ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Dabei hat er eine besondere Geschichte.
Leserin Heidi Källner war am Unwetterwochenende unterwegs und hat den Baum fotografiert, den habe es „übel erwischt. Ob diese Wunden noch heilen?“, fragt sie. Dabei verweist die auf die besondere Geschichte des Baumes. Der sei nämlich ein Gedenkbaum. Weitere Informationen dazu finden sich beim Bayerischen Landesamt für Umwelt. Denn im Rahmen einer Diplomarbeit habe Kathrin Schön die historischen Kulturlandschaftselemente im Ries erfasst – dazu zählt auch die sogenannte Bismarcklinde. Den Angaben nach wurde sie 1871 gepflanzt, der „Gemeindepfleger soll sie mit einer Maß Bier angegossen haben“, heißt es in dem Verzeichnis. Anlass sei das Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1871 gewesen. Anbei gebe es eine Ruhebank, der Baum werde auch „Bäumle“ genannt. Der Baum ist den Angaben nach durchaus stattlich, auf Brusthöhe habe er einen Umfang von 3,07 Metern.
Unwetter fordert zahlreiche Feuerwehreinsätze
Fachfirma überprüft Bismarcklinde am Nähermemminger Weg
Im Nähermemminger Heimatbuch von Helmut Seitz ist verzeichnet, dass die Linde vom „Gallenbauer“ Balthasar Wiedemann gepflanzt wurde, wie Stadtarchivar Dr. Johannes Moosdiele-Hitzler unserer Redaktion mitteilt. Jener Gemeindepfleger mit der Maß Bier soll Adam Strehle gewesen sein. Aus Sicht der Heimatpflege seien solche Gedenkbäume „unbedingt erhaltenswert“, so Moosdiele-Hitzler.
Während der Erhaltungszustand des Baumes im Jahr 2007 im Verzeichnis noch als „gut“ betitelt wird, dürfte das nun nicht mehr zutreffen. Wie schlimm es ist? Das muss sich erst noch herausstellen. Wie Helena Ott, Sprecherin der Stadt Nördlingen, mitteilt, ist der Baum ein Naturdenkmal. In erster Linie zuständig sei die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Mit dem sei die Stadt aber im Austausch, so Ott. Das weitere Vorgehen sei mit dem Landratsamt so vereinbart, dass man sich ein Gutachten von einer externen Fachfirma einholt. Diese sei in der zweiten Ferienwoche aber noch im Urlaub gewesen. „Wenn das Gutachten vorliegt, können wir das weitere Vorgehen bestimmen und entscheiden.“ Bislang sei an der Linde erst einmal aufgeräumt worden.
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