Nördlingens Stadtschreiber Guido Kasmann auf dem Daniel.Foto: Heidi Källner
Denkmäler sind Bauwerke, die Touristen anziehen sollen. Da freut sich die Stadt, denn das füllt die Kassen. Die meisten Denkmäler sind auch sehr sehenswert, mal abgesehen von zum Beispiel dem Berliner Mäusebunker (mal googeln), der ist wirklich hässlich. Aber die Tower Bridge, der Eiffelturm, die Karlsbrücke, der Trevi-Brunnen, die reihen sich ein in die Liste der sehenswerten historischen Gebäude, zu denen nicht zuletzt der Nördlinger Daniel und der Kölner Dom gehören.
Beide kann man besteigen. Für beides benötigt man Kondition, ein Sauerstoffzelt am Ziel oder einen Arzt. Wer Halbmarathon läuft, muss sich natürlich keine Gedanken zum Aufstieg machen. Ich bin zwar nie Halbmarathon gelaufen, aber damals mit 25 Lenzen locker die 533 Stufen den Kölner Dom raufgehüpft. Einen Vergleich mit einer Berggämse würde ich damals nicht abgelehnt haben. Und nun, 40 Jahre später, habe ich mir die rund 350 Stufen des Daniel vorgenommen. Ich hatte Bedenken wegen des körperlichen Verfalls, der sich ab 25 so langsam einstellt, denn ich komme inzwischen beim Joghurt-Umrühren ins Schwitzen. Nun fragen Sie sich, wie es geklappt hat? Ich will nicht angeben, aber ich konnte oben beim Türmer noch ganze Sätze in einem Atemzug aufsagen.
Stadtschreiber meint: Köln sollte sich an Nördlingen ein Beispiel nehmen
Kommen wir zum Finanziellen: Das Kölner Domkapitel sollte sich an der Stadt Nördlingen mal ein Beispiel nehmen. In Köln kosten die zum Daniel zusätzlichen 183 Stufen zwar nur drei Euro mehr, aber dafür gibt es nicht mal die Möglichkeit, dort oben auf die Toilette zu gehen. Da sind die Nördlinger einfühlsamer. Will ich in Köln nach der Turmbesteigung und der unten im Brauhaus hektisch verrichteten Notdurft auch noch in den Dom, muss ich nun zwölf Euro bezahlen. Macht summa summarum 20 Euro ohne Klo.
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