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Nördlingen: Das Handy verdrängte die Kamera: Nördlinger Fotogeschäfte im Wandel

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Das Handy verdrängte die Kamera: Nördlinger Fotogeschäfte im Wandel

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    Peter Hueber (Mitte), Inhaber von "Foto Finck", möchte die Führung des Geschäfts seinem Mediengestalter Gary Hoffmann und seiner Verkaufsleiterin Olga Fix übergeben.
    Peter Hueber (Mitte), Inhaber von "Foto Finck", möchte die Führung des Geschäfts seinem Mediengestalter Gary Hoffmann und seiner Verkaufsleiterin Olga Fix übergeben. Foto: Matthias Link

    Früher standen bei Foto Finck in der Löpsinger Straße Leinwände und Stative im Laden, die Präsentation der Fotokameras und des Equipments benötigten einiges an Ladenfläche. Das ist heute anders: Fotokameras und Zubehör kauften fast nur noch „Foto-Freaks“, sagt Peter Hueber, Geschäftsinhaber von Foto Finck. Hueber blickt zurück auf den Wandel des Fotogeschäfts, das demnächst näher ins Zentrum der Innenstadt umziehen wird.

    Gegründet wurde die Foto Finck GmbH 1977 von Heiner Finck. 1991 ist Peter Hueber in die Geschäftsführung mit eingestiegen. „Es war die Zeit, in der die Fotografie und Video geboomt haben“, sagt Hueber. 2001 hörte Heiner Finck auf, seither ist Hueber der alleinige Inhaber. Den Namen „Finck“ habe er beibehalten, weil er weithin bekannt gewesen sei. Um die Jahrtausendwende sei die analoge Ära der Fotografie schließlich zu Ende gegangen, erzählt Hueber. Die digitalen Kompaktkameras hätten ihren Siegeszug angetreten und wenige Jahre später hätten auch die Elektronikmärkte Kameras verkauft. Vor etwa zehn Jahren sei der Online-Handel hinzugekommen, der die Fotohändler schwer getroffen habe, so Hueber. Aufgrund der anschließenden Entwicklung der Smartphones mit integrierten Kameras kaufe inzwischen auch die ältere Generation kaum mehr Kameras, sagt Hueber.

    Fotogeschäft in Nördlingen: Hueber hofft auf mehr Laufkundschaft

    Weil der Verkauf von Kameras und Ausrüstung stark zurückgegangen ist, braucht er die rund 220 Quadratmeter große Verkaufsfläche in der Löpsinger Straße nicht mehr. Deshalb zieht er Ende März mit seinem Geschäft in die ehemaligen Räume der „Sonntagszeitung“, bei den Kornschrannen. Rund 140 Quadratmeter messen die Räume dort. Von der besseren Lage erhofft sich Hueber, dass mehr Laufkundschaft und auch Touristen den Weg in den Laden finden. Zudem könne er Nebenkosten einsparen.

    Foto Finck hat sich dem Wandel angepasst und seinen Schwerpunkt auf Medientechnik gelegt, wozu ein breitgefächertes Angebot an Dienstleistungen gehört: die Digitalisierung von Bildern, Dias und Videokasetten, Reproduktion und Bearbeitung von Bildern, aber auch die Erstellung von Homepages. Außerdem können Kunden Bilder in größeren Formaten ausdrucken lassen und das Papier selbst auswählen. Passend dazu bietet das Geschäft aus der eigenen Rahmenwerkstatt maßgefertigte Bilderrahmen und Passepartouts an.

    Einen Großteil des Umsatzes machen Pass- und Bewerbungsfotos aus, wie auch in anderen Fotogeschäften in Deutschland, sagt Hueber. Aus der Drohnen-Fotografie, einem weiteren Angebot, ist unter anderem das „Nördlingen-Puzzle“ entstanden, das die Altstadt von oben zeigt. Zu Huebers Kunden gehören auch viele Firmen aus Industrie, Handwerk und Handel, die zum Beispiel auf der Suche nach Präsentationstechnik, wie Bildschirmen, sind. Zudem betätigt sich Hueber als Filmemacher, wenn er für Firmen Imagefilme herstellt. Unter Corona hat das Geschäft jedoch deutlich gelitten, seit der Pandemie ist der Umsatz um etwa die Hälfte zurückgegangen.

    Da Peter Hueber bereits 72 Jahre alt ist, denkt er über seine Nachfolge nach. Nach dem Umzug möchte er sich langsam zurückziehen, wie er sagt, und die Führung des Geschäfts seinem Mediengestalter Gary Hoffmann und seiner Verkaufsleiterin Olga Fix übergeben. Zwar verkleinert sich die Ladenfläche künftig, aber personell wächst Foto-Finck – für den neuen Laden sucht Hueber noch Verkaufsmitarbeiter. Derzeit sind es insgesamt sechs Mitarbeiter im Geschäft, in Voll- und Teilzeit. In die bisherigen Geschäftsräume in der Löpsinger Straße wird die Fahrschule Eder ziehen und dort einen Schulungsraum einrichten.

    Foto Hirsch in Nördlingen verkauft keine Kameras mehr

    Auch Foto Hirsch musste sich an den Wandel der Branche anpassen. Fotokameras gibt es dort seit 2018 nicht mehr zu kaufen, wie Inhaberin Cara Irina Wagner berichtet. Stattdessen konzentriert sich Foto Hirsch auf die professionelle Fotografie und Dienstleistungen: „Alles rund ums Bild“, wie Cara Irina Wagner sagt. Neben Pass- und Bewerbungsfotos sowie Hochzeits- oder Kommunionsbilder gehört dazu die Fotografie bei Firmenkunden. In den Unternehmen macht sie Fotos für Marketingzwecke, für Broschüren und andere Printprodukte, aber auch für Social-Media-Auftritte von Unternehmen auf Facebook, Instagram und Co.

    Die Verschiebung des Angebots hin zu Dienstleistungen habe in den vergangenen vier bis fünf Jahren stattgefunden und habe von Jahr zu Jahr zugenommen, sagt Wagner. „Die Dienstleistungen laufen nach wie vor hervorragend.“ Gefragt nach ihrem Ausblick auf die nächsten zehn Jahre, sagt Wagner: „Ich hoffe, dass der Service vor Ort und die Beratung weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden und dass die Nachfrage nach der Fotografie stabil bleibt.“

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