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Nördlingen: Nördlinger kauft gefälschte Rezepte, weil er medikamentensüchtig ist

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Nördlinger kauft gefälschte Rezepte, weil er medikamentensüchtig ist

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    Ein Nördlinger hat sich im Internet gefälschte Rezepte gekauft.
    Ein Nördlinger hat sich im Internet gefälschte Rezepte gekauft. Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

    Früher war der Nördlinger alkoholkrank. Zwar ist der Mann davon losgekommen, doch stattdessen habe sich seine Sucht auf Medikamente verlagert, erzählt er. Dafür kaufte er gefälschte Rezepte – vermeintlich ausgestellt von einem Arzt aus Donauwörth, für einen angeblichen Patienten aus Neuburg, tatsächlich eingelöst in Nördlingen. Vor Gericht erzählt der Mann von seinem Tablettenkonsum.

    Im Frühjahr 2022 solle der 31-Jährige dreimal in einer Nördlinger Apotheke gefälschte Rezepte vorgelegt haben, um an verschreibungspflichtige Medikamente zu kommen, sagt Marius Lindig von der Staatsanwaltschaft. Es handle sich um Totalfälschungen, ausgestellt auf ein angeblichen Einwohner Neuburgs. Die Rezepte erwarb der 31-Jährige für 15 Euro. Für 140 Euro kaufte er dann die Medikamente in der Apotheke, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen – so die Anklage; die Vorwürfe lauten Urkundenfälschung und unerlaubtes Handeln mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

    Prozess in Nördlingen: Apothekerin wurde misstrauisch

    Die Nördlinger Apothekerin schildert, wie die falschen Rezepte erkannt wurden: Die Medikamente wurden immer telefonisch bestellt und dann gegen die Vorlage der Privatrezepte abgeholt. Es handle sich um sehr stark wirksame Schmerzmedikamente, da dies dreimal in recht kurzer Zeit vorkam und es große Packungen mit 100 Tabletten waren, wurde man in der Apotheke misstrauisch. "Wir haben in der Arztpraxis angerufen und gefragt, ob das seine Richtigkeit hat." Auch ein Foto übermittelten die Mitarbeiter. Aus der Praxis hieß es daraufhin, dass man einen anderen Arztstempel verwende. Deswegen hat sich die Apothekerin an die Polizei gewandt.

    Der Anwalt des Angeklagten, Sven Gaudernack, sagte, dass die Vorwürfe teilweise stimmten: "Es ist so, dass mein Mandant im letzten Jahr und davor medikamentenabhängig war." Auf legalem Weg sei er nicht an die Medikamente gekommen, weshalb er im Internet die Rezepte gekauft hat. Gaudernack räumt ein, dass sein Mandant die Rezepte auch eingelöst habe – doch er habe nicht vorgehabt, mit den Medikamenten zu handeln, sondern er habe sie selbst verbrauchen wollen.

    Angeklagter will eine Therapie machen

    Der 31-Jährige schildert vor Gericht selbst, dass er rund 14 dieser Tabletten am Tag eingenommen habe. Verkauft oder verschenkt habe er die Tabletten nicht, es sei für ihn beruhigend gewesen, wenn er die Pillen zu Hause gehabt habe. In einem Chat soll der Angeklagte zwar einmal einer anderen Person zugesagt haben, ihr Rezepte zu besorgen, doch dazu sei es nicht gekommen, beteuert der Angeklagte. Nach der Durchsuchung habe er beschlossen aufzuhören. Einen Tag war er in einer Klinik, doch er entschied, sich selbst zu entgiften: "Es war die Hölle." Nach eigenen Angaben nimmt er nichts mehr. Der 31-Jährige wolle eine Therapie machen, doch das gehe erst, wenn dieses Verfahren abgeschlossen sei.

    Sieben Einträge im Bundeszentralregister sind verzeichnet, unter anderem wegen Diebstahls, räuberischer Erpressung oder gefährlicher Körperverletzung. Der 31-Jährige hat sich auch schon in einer Entziehungsanstalt aufgehalten. Zwar konsumiere er nach seinem letzten Aufenthalt keinen Alkohol mehr, dafür habe sich die Sucht verlagert, wie der Mann vor Gericht erzählt. Der Bewährungshelfer schildert in seinem Bericht, dass der Angeklagte das Ziel habe, abstinent zu leben und eine Therapie machen zu wollen.

    Dennoch stellt sich für Richterin Emilia Berkovic die Frage, ob der Mann bei der erheblichen Menge an Tabletten diese tatsächlich alle selbst genommen habe. Um dies zu prüfen, soll noch ein Beamter der Kriminalpolizei gehört werden. Daher wird ein neuer Termin für den Prozess angesetzt, um die Frage nach dem vorgeworfenen Handel zu klären. 

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