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Nördlingen: Oberbürgermeister erhält nur männliche Stellvertreter

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Keine Frau als Bürgermeisterin: Das ist bitter

Martina Bachmann
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    Oberbürgermeister David Wittner (Mitte) mit Zweitem Bürgermeister Steffen Höhn (rechts) und Drittem Bürgermeister Thomas Mittring (links).
    Oberbürgermeister David Wittner (Mitte) mit Zweitem Bürgermeister Steffen Höhn (rechts) und Drittem Bürgermeister Thomas Mittring (links). Foto: Cara-Irina Wagner, Fotohaus Hirsch

    Das Geschlecht allein darf grundsätzlich nicht ausschlaggebend dafür sein, ob jemand für eine Aufgabe geeignet ist oder nicht. Lehrer oder Lehrerin, Controller oder Controllerin, Schreiner oder Schreinerin - das muss im Jahr 2026 egal sein. Nicht egal ist das Geschlecht aber, wenn es darum geht, eine Stadtbevölkerung nach außen zu vertreten. Genau das ist eine Aufgabe des Oberbürgermeisters und eine Hauptaufgabe seiner Stellvertreter. Weshalb es nicht nachvollziehbar ist, dass sich der Nördlinger Stadtrat mit Steffen Höhn und Thomas Mittring neben OB David Wittner nur für Männer entschieden hat - aber für keine einzige Frau. Wurde da wirklich zum Wohl der Stadt entschieden und nicht nur zum Wohl Einzelner?

    Der „Interessenausgleich“, wie Wittner den politischen Handel bezeichnete, bringt der PWG langfristig mehr Einfluss. Die Parteifreien haben im Stadtrat sieben Sitze, entsenden aber vier Mitglieder in die zwei wichtigsten Gremien, den Haupt- und Finanzausschuss sowie den Bauausschuss. Die Christsozialen, mit 26,5 Prozent die Gewinner der Stadtratswahl, haben acht Sitze und entsenden auch nur vier Ausschussmitglieder. Die Stadtteilliste hat bei der Kommunalwahl nur 0,8 Prozent weniger Stimmen bekommen als die PWG, nämlich 23,1 Prozent. Was ebenfalls sieben Stadträte aber infolge des „Interessenausgleichs“ nur drei Ausschusssitze bedeutet. Ein dritter Bürgermeister, der nur dann zum Einsatz kommt, wenn der OB und der erste Stellvertreter verhindert sind, für einen Ausschusssitz weniger? Das ist für die Stadtteiler ein teuer erkaufter Kompromiss, so sehr Thomas Mittring diese Position auch zu gönnen ist.

    In Nördlingen leben nach aktuellem Stand und laut Einwohnermeldeamt mehr Frauen als Männer. Es ist traurig genug, dass sich diese höhere Bevölkerungszahl im Rat nicht widerspiegelt, nur acht von 30 Stadträten sind Frauen. Dass der Rat selbst aber nicht mit gutem Beispiel voranschreitet und dafür sorgt, dass beide Geschlechter bei den Stellvertretern des Oberbürgermeisters repräsentiert werden, ist einfach nur bitter.

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