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Oettingen erlebt Residenzkonzert: Sopran und Trompete erobern Festsaal

Oettingen

Residenzkonzerte: Weltelite am Pult, im Sopran, an der Trompete und im Orchester

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    Das Münchner Rundfunkorchester ist im Rahmen der Oettinger Residenzkonzerte aufgetreten.
    Das Münchner Rundfunkorchester ist im Rahmen der Oettinger Residenzkonzerte aufgetreten. Foto: Peter Urban

    Tosender Beifall am Schluss eines begeisternden Abends unterstrich die Leistung aller Beteiligten an diesem zweiten Event der diesjährigen Oettinger Residenzkonzerte. 2026 feiert die Residenz- und Schlösser-Tournee des Münchener Rundfunkorchesters ein kleines Jubiläum. Bereits zum fünften Mal gehen die Musikerinnen und Musiker unter dem Motto „Klassik in Bayern“ auf Tour und kommen dabei, wie jedes Jahr, auch nach Oettingen.

    Und wie es sich für ein kleines Jubiläum gehört, gab es ein ganz besonderes Programm, ein „Fest aus Klang und Raum“, wie es das Programmheft ankündigte. Doch es war nicht nur der Raum - in diesem Fall der Festsaal des Oettinger Residenzschlosses - oder der Klangkörper der europäischen Spitzenklasse, das Münchener Rundfunkorchester. Sondern auch die Solisten, die dem Abend den besonderen Glanz verliehen. Allen voran die gefeierte Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann und der Solotrompeter des Orchesters, Mario Martos Nieto, welche die Besucher im voll besetzten Saal letztlich zu einem Beifallssturm hinrissen.

    Sopranistin Regula Mühlemann schon mehrmals ausgezeichnet

    Ihre kongenialen Duette bei Händels Arie für Sopran, Trompete, Streichorchester „Let the Bright Seraphim“ aus „Samson“ oder dem Largo für Singstimme, Trompete, Streichorchester aus einer Geburtstagsode für Prinzessin Anne (1713) „Eternal Source of Light Divine“ waren ein Hörvergnügen allererste Güte, ein Musterbeispiel für musikalisches Verständnis, Präzision und Gleichklang. Die beiden Glanzstücke waren vor der Pause in Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ (Suite Nr. 1 F-Dur, HWV 348) eingebaut und vom impulsiven und das Orchester mit faszinierender Gestik führenden Dirigenten Ivor Bolton herausragend interpretiert.

    Bolton hat sich vor allem mit Barock und Klassik einen Namen gemacht und gastiert weltweit an führenden Häusern von Covent Garden in London bis Sydney. Die Sopranistin Regula Mühlemann zählt zu den führenden Sängerinnen ihrer Generation und steht dem Dirigenten in keiner Weise nach. Und mit namhaften Dirigenten in der Semperoper, in der Mailänder Scala oder der New Yorker Carnegie Hall genauso strahlend auf der Bühne wie in Oettingen. Schon mehrmals erhielt sie für ihre CDs den Musikpreis Opus Klassik.

    Mario Martos Nieto ist seit 2016 Solotrompeter im Rundfunkorchester

    Der Trompeter Mario Martos Nieto ist in Madrid geboren und begann im Alter von acht Jahren mit dem Trompetenspiel und ist seit 2016 Solotrompeter im Münchener Rundfunkorchester. Er wirkt regelmäßig als Gast, etwa bei den Münchner Philharmonikern, dem Bayerischen Staatsorchester, den Berliner Philharmonikern oder dem Mahler Chamber Orchestra mit. „Jauchzet Gott in allen Landen“, die Jubel-Kantate für Sopran, Trompete, Streichorchester von Johann Sebastian Bach (BWV 51) war ein weiterer Höhepunkt, den Stanko Madic und Eugene Nakamura (Violinen) und Alexandre Vay (Violoncello) zusätzlich veredelten.

    Schon zur Pause war das Publikum höchst angetan von diesem Klassik-in-Bayern-Event, Wolfgang Amadé Mozarts Symphonie Nr. 1 (die er als 8jähriger in London geschrieben hatte) und die rund zehn Jahre später komponierte Symphonie Nr. 29, A-Dur, KV 201, ein weiteres brillantes Meisterwerk, komplettierten einen herausragenden Konzertabend. Der mit Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ für Sopran, Orchester und Orgel KV 165, seinen jubilierenden Schlusspunkt mit höchstem gesanglichen Anspruch fand. Der Rest war Begeisterung und ein restlos zufriedenes Publikum, das beschwingt und heiter nach Hause ging. (AZ)

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