Ein Strandkehrer, der seine wahre Bestimmung findet und riesige Igel, die sich an Autofahrern rächen – wo treffen solch unterschiedliche Geschichten schon einmal aufeinander? Auf den 13. Donau-Rieser Schulspieltagen haben Rieser Schüler beide Stücke am Donnerstagvormittag in der Grund- und Mittelschule in Oettingen aufgeführt.
In mehreren Sprachen begrüßten die Oettinger Erstklässler, gefolgt von Rektorin Ursula Hertle, unter anderem die Kinder der teilnehmenden Schulen sowie Oettingens Bürgermeister Thomas Heydecker. Den Mut der theaterspielenden Kinder lobte Paul Ritter: Der Vorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken Donau-Ries hätte sich das in seiner Schulzeit nicht getraut. Dafür war seine Bank Sponsor von Kulissenmaterial, Kostümen und Bussen der auswärtigen Schüler.
Schüler zeigen ihr Schauspiel in Oettingen
Der erste Vorhang im vollbesetzten Atrium fiel für die Dritt- bis Sechstklässler der Grund- und Mittelschule Wallerstein mit dem "Märchen von Ebbe und Flut", geleitet von Kathrin Kühnlein. Darin erfährt Hauptfigur "Ebbe" durch die Königin der Meere, in edlem Gewand und mit Klobürsten-Zepter in der Hand, ihren späteren Beruf: Strandkehrer. Obwohl sie es "voll blöd" findet, kehrt sie vier Jahre lang zwischen Sonnenbadenden und Eisverkäufern den Strand, wird dabei aber sehr einsam. Nachdem all ihre Fluchtversuche per Boot scheitern, gelangt sie wieder zur Meeresherrscherin, klagt sie ihr Leid und darf von nun an ihre Geschichten und damit das Märchen erzählen.
Großes Lob gab es für die "Riesenleistung" aller beteiligten Lehrkräfte. Sie hätten die 35-jährige Tradition des alle zwei Jahre stattfindenden Austausches zwischen den Rieser Schulspielgruppen nach der Pandemie zur Freude aller mit viel Zusatzaufwand wieder ermöglicht.
Daniela Baumann leitet Donau-Rieser Schulspieltage erstmals
Eine große Rolle hatte dabei Daniela Baumann. Ihr Debüt als Organisatorin der Veranstaltung, zuvor 25 Jahre lang Gabi Steinbauer, gab die Leiterin der Oettinger Schulspielgruppe mit dem Musical "Die Rache der Igel", das Stück sahen sich auch die Bewohner des benachbarten Seniorenzentrums an. Im Stück wehren sich die Igel, in braunen Kostümen mit Wäscheklammer-Stacheln, gegen die Autofahrer. Sie fressen rote Äpfel, die sie größer machen, und zerstören Autos. Als die Wirkung abnimmt, setzen sich die Kinder für sie ein. Nachdem deren Gespräche mit Politikern erfolglos bleiben, beschließen die Igel: Sie warten auf die Apfelernte im nächsten Jahr. Die Kinder versprechen ihre Hilfe – und richten den Appell auch ans Publikum. Begleitet von abwechslungsreichen Liedern des Hasenchors unter Claudia Rudels Leitung endete damit der zweite Tag der Schulspielreihe.
Ihren Auftakt hatte sie am Mittwoch mit "Der Regenbogenfisch" in Wemding, am Freitag waren "Das kleine Ich bin ich" der Marktoffinger und "We're going on a Bear Hunt" der bilingualen Asbach-Bäumenheimer Schulkinder in Oettingen zu sehen. Die Oettinger zeigten ihr Stück auch auf den Oettinger Musiktagen.