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Posaunenchor Kleinsorheim feiert 75 Jahre und blickt auf bewegte Gründung zurück

Kleinsorheim

Mit der Tuba auf dem Fahrrad: So wurde einst der Kleinsorheimer Posaunenchor gegründet

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    Chorleiter Wilfried Bachmann und Pfarrerin Katharina Seeburg laden mit Original-Gründungsinstrumenten zum Jubiläumsfest  ein
    Chorleiter Wilfried Bachmann und Pfarrerin Katharina Seeburg laden mit Original-Gründungsinstrumenten zum Jubiläumsfest ein Foto: Peter Urban

    Es ist gerade mal 75 Jahre her, dass in Kleinsorheim ein Posaunenchor gegründet wurde. Und doch ist es interessant zu erfahren, unter welchen Bedingungen im Jahr 1951 solche Vereinsgründungen stattfanden. Denn obwohl es im Ries zu dieser Zeit schon Posaunenchöre gab - man konnte sie wohl an einer Hand abzählen.

    In Kleinsorheim taten sich zwölf junge Männer zusammen, um für den geplanten Posaunenchor jeweils ein Instrument zu erlernen. Der damalige Gemeindepfarrer, Friedrich Böttinger, lernte im Frühjahr 1951 auf der Landessynode einen Fabrikanten aus Münchberg kennen. Dieser hatte noch Instrumente von seinem früheren Werkchor, die nicht mehr gebraucht wurden. Böttinger kaufte diese Instrumente, die allerdings in den Kriegsjahren und in den Jahren danach nicht benutzt worden waren. Sie befanden sich in einem trostlosen Zustand.

    75 Jahre Posaunenchor Kleinsorheim: So wird gefeiert

    Mangels Alternative wurden die einstweilen noch unbrauchbaren Instrumente in mühseliger Kleinarbeit Stück für Stück von Hand gereinigt. Danach brachten die späteren Chormitglieder die Instrumente zur Reparatur nach Nördlingen. Aufgrund mangelnder Verkehrsmittel geschah das in den Nachkriegsjahren auf Fahrrädern, was bei den größeren Instrumenten nicht ganz einfach war. Man stelle sich heute einmal vor, wie beispielsweise eine Tuba auf einem klapprigen Drahtesel transportiert worden war. Weitere gebrauchte und notdürftig instandgesetzte Instrumente wurden von der Musikinstrumentenfirma „Macher“ aus Nördlingen gekauft. Dabei halfen zahlreiche Spenden der Gemeindebürger. Am Erntedankfest 1951 überreichte Pfarrer Böttinger den zukünftigen Bläsern ihre Instrumente: So gilt dieser Tag als Gründungstag des Posaunenchors Kleinsorheim.

    Heute, 75 ereignisreiche Jahre später, steht der Chor vor ganz anderen Herausforderungen. Nicht selten wird sogar die Frage nach dem Warum gestellt. „Musik spricht das Gefühl direkt an“, sagt Pfarrerin Katharina Seeburg dazu nur, „und schafft so ein harmonisches, ur-evangelisches Miteinander, auch und gerade in Gottesdiensten.“ Natürlich spielt die Nachwuchsfrage auch in Kleinsorheim eine große Rolle. „Seit dem 60. Gründungsjubiläum wurden 15 Jungbläser ausgebildet“, sagt Chorleiter Wilfried Bachmann, „und wir freuen uns, dass sich der Mitgliederstand über die Jahrzehnte hinweg relativ stabil erwies.“ 20 Bläserinnen und Bläser sind es zum Zeitpunkt des 75-jährigen Bestehens, das am 9. Mai 2026 mit einem Konzert in der St.-Andreas-Kirche (18.30 Uhr) und am 10. Mai mit einem großen Open-Air-Festgottesdienst am Pfarrhaus (10 Uhr) zusammen mit befreundeten Posaunenchören und anschließendem Mittagessen im Welserhof gefeiert wird.

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