Vorbesprochen war er ausgiebig, der Haushalt der Gemeinde Reimlingen für das Jahr 2026. Die endgültige Verabschiedung war dann entsprechend kurz: nach 15 Minuten hatten Bürgermeister Jürgen Leberle und der Gemeinderat alle nötigen Beschlüsse gefasst.
Über knapp neun Millionen Euro entscheidet die Gemeinde in diesem Jahr. Dabei entfallen auf die laufenden Kosten, die im Verwaltungshaushalt aufgeführt sind, 3,2 Millionen Euro. Für Neues stehen im Vermögenshaushalt 5,5 Millionen Euro zur Verfügung. Diese große Summe für Investitionen schafft die Gemeinde aus eigener Kraft. Eine Kreditaufnahme ist nicht nötig.
Einnahmen der Gewerbesteuer werden in Reimlingen weniger
Bei der Verwaltung der Gemeinde gibt es allerdings ein Minus von 211.900 Euro. „Schuld“ sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Zum einen werden sie 2026 um etwa 105.000 Euro geringer sein als im letzten Jahr, zum anderen haben die außergewöhnlich hohen Einnahmen von 935.000 Euro im Jahr 2024 jetzt die „üblichen“ Spätfolgen: Es gibt 194.000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen vom Landkreis und die Kreisumlage steigt um 157.000 Euro, wie der Finanzbericht aufzeigt. Die um etwa 42.000 Euro höheren Einnahmen aus der Einkommenssteuer und Kürzungen von knapp 20.000 Euro bei verschiedenen Haushaltspositionen können dieses Minus nicht kompensieren.
Die größte Investition ist für den Erweiterungsbau der Grundschule vorgesehen: 2,24 Millionen Euro. Diese Ausgaben werden der Gemeinde allerdings vom Schulverband erstattet. Etwa 600.000 Euro fließen in die Sanierung des Horts im Georgihaus, 560.000 Euro in die Erschließung des Gewerbegebiets Nord II. Kanäle werden in der Bergstraße, Kapellenstraße, Schloß- und Raiffeisenstraße saniert. Danach sind die Straßen wieder instand zu setzen. Dies wird insgesamt etwa 850.000 Euro kosten. Die Finanzierung dieser Ausgaben erfolgt über den Verkauf von Grundstücken und Bauplätzen, diverse Zuschüsse und eine Entnahme aus den Rücklagen von 1,2 Millionen Euro. Damit die Gemeinde „flüssig“ bleibt und Rechnungen bezahlen kann, bevor Zuschüsse und Kostenerstattungen eingehen, kann die Gemeinde auf einen Kassenkredit bis zu 2,5 Millionen Euro zurückgreifen.
Neubau des Feuerwehrgerätehauses steht an
Zum Haushaltsbericht gehört immer eine Vorschau auf die nächsten Jahre. Auch wenn der Blick in die Zukunft vage bleibt, eines ist absehbar: Der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses wird ohne ein Darlehen nicht möglich sein. Etwa 1,9 Millionen Euro werden es wohl sein im Jahr 2029, so der Finanzbericht. Die geschätzten Kosten liegen bei drei Millionen Euro, die Planung wird in diesem Jahr erfolgen. Dafür stehen im Haushalt 2026 100.000 Euro zur Verfügung
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