Für Aufmerksamkeit und teilweise Kopfschütteln hat Stadtrat Wolfgang Mussgnug (Fraktion Grüne/Frauenliste) gegen Ende der vergangenen Stadtratssitzung gesorgt. Mit scharfen Worten kritisierte er die Segnung des Kraterbades durch die Vertreter der beiden christlichen Kirchen bei der Eröffnungsveranstaltung. „Unser Bad ist ein Ort für alle Bürger der Stadt und des Rieses und nicht nur für die Mitglieder der christlichen Kirchen“, meinte Mussgnug. Das Segnungsritual würde einem lebendigen, öffentlichen Raum widersprechen, in dem Toleranz und Diversität maßgeblich seien. Muslime, Juden oder Atheisten auszuschließen, könne nicht das Ziel einer offenen Stadtgesellschaft sein, sagte er. Zudem habe eine Kommune auch nicht die Kompetenz, in öffentlichen Gebäuden wie einem Hallenbad spezifische religiöse Handlungen zu erlauben. „In einer Kirche ist das alles wunderbar, aber im Rahmen einer öffentlichen städtischen Veranstaltung respektlos“, so Mussgnug.
Nördlingen
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