Viel hat nicht gefehlt, dann wäre der scharfe Jagdpfeil, der gemacht ist, um Sehnen und Fleisch zu durchtrennen, in seinen Körper eingeschlagen. Dann wäre der junge Mann aus einem Rieser Dorf schwer verletzt worden, der an einem Nachmittag im Juni vergangenen Jahres gerade in seiner offenen Garage auf einem über zwei Böcke gelegten Brett stand und die Decke verputzte. Sein älterer Nachbar hatte mit seinem Sportbogen den Jagdpfeil auf ihn abgeschossen, aus seinem Fenster im ersten Stock des Wohnhauses gegenüber. Der Pfeil sauste dem Opfer möglicherweise durch die Beine oder unter dem Brett hindurch und schlug mit Wucht etwa einen Meter von ihm entfernt in der Wand ein und blieb dort stecken. Der Pfeil schoss circa 20 Meter durch die Luft. Versuchte gefährliche Körperverletzung lautete der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft in der Verhandlung am Nördlinger Amtsgericht. Wieso hatte er das getan? Darauf gab es vor Gericht keine Antwort.
Nördlingen
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