Der „Rego-Express“ ist nicht aufzuhalten: Im ersten Spiel des Viertelfinales um die deutsche Meisterschaft schlugen die Damen der BG Donau-Ries gestern Abend vor 650 Fans die Mannschaft des USC Freiburg mit 73:69, Halbzeit 34:34. Damit haben die HELI-Damen den ersten Schritt zum Play-Off-Weiterkommen getan.
Beide Mannschaften kämpften verbissen um jeden Ball, keine konnte im Verlauf der 40 Minuten einen sicheren Vorsprung heraus spielen und die Führung wechselte mehrmals. Wenn die HELI-Damen letztlich die Nase vorne hatten, dann dies aufgrund ihres unglaublichen Siegeswillen, der im letzten Viertel die Entscheidung brachte. Wieder war Amanda Rego, die erneut die 40 Minuten durchspielte, der Dreh- und Angelpunkt der Einheimischen. In ihrem Spiel dokumentierte sich auch der Unterschied in der Spielweise beider Mannschaften: Während HELI den Erfolg durch Kombinationen, sehr oft mit Endstation unter dem Korb, suchte und fand, war das Spiel der Gäste vor allem auf die Fähigkeit der drei Amerikanerinnen Turner, Tracey und Hayes ausgerichtet, im Spiel 1 gegen 1 zum Korb zu ziehen. Zehn Assists der Einheimischen steht einer der Gäste gegenüber, ein deutliches Indiz für die Spielweise. Dass Rego mit sieben Ballvorlagen hier wieder glänzte, ist schon beinahe selbstverständlich.
Die BG-Damen hätten letztlich auch deutlicher gewinnen können, wenn sie nicht zu oft den Ball vorzeitig verloren hätten. Mit 22 Turnovers gegenüber nur elf der Gäste machten sie sich immer wieder das Leben selbst schwer. Und auch in der Chancenverwertung war noch Luft nach oben, denn des öfteren stöhnte das Publikum auf: toller Angriff, toller Pass, doch auch toll daneben.
Damit ist die Kritik schon erfüllt. Die HELI-Damen zeigten sich in der Verteidigung bestens eingestellt, wechselten oft zwischen Mann- und Zonenverteidigung und machten kaum unnötige Fouls. Hervorragend nach anfänglichen Schwächen war der Rebound und hier glänzte Dasa Rajecka besonders: 15 Rebounds bei 15 Punkten – das Double-Double zeigt die Wirkung der wendigen Slowakin unter dem Korb. US-Girl Henderson spielte wieder mit enormem Einsatz und blieb bei ihren Würfen extrem cool: Vier Dreier aus vier Versuchen und 23 Punkte – die Amerikanerin hatte großen Anteil am Erfolg.
Kreative Wechsel gefragt
Durch das Fehlen von Doro Richter – ihre Mitspielerinnen demonstrierten mit einer Sechs auf dem Arm , dass sie für sie mitkämpften – war das HELI-Trainerduo Bär/Graf wiederum gezwungen, kreativ zu wechseln. Es hat sich zwar eingebürgert, das Recht an Stelle von Richter beginnt und sie dann der jungen Fanny Szittya den Platz macht, doch während des Spieles ergaben sich einige interessante Besetzungen mit anderen Konstellationen. Da Berger nach dem Einsatz im ersten Viertel Rückenprobleme hatte, trat Sommer an ihre Stelle und hatte vor allem in der Defensive gute Aktionen.
Das Spiel begann für die Gäste unglücklich, denn die junge Freiburger Spielmacherin Julia Schindler verletzte sich am Sprunggelenk. Trotzdem hatten die Gäste den besseren Beginn und führten zunächst durch Tracey. Der erste Dreier von Henderson in der 7. Minute brachte dann die erste HELI-Führung mit 9:8. Insgesamt hatten beide Teams im ersten Viertel bei hohem Einsatz sehr viele Fehlwürfe, sodass das Ergebnis nach zehn Minuten mit 13:12 mager war. Wesentlich lebhafter wurde das zweite Viertel, in dem die Führung hin und her wechselte. Einen Dreier von Henderson in der 14. Minute zum 19:17 konterte Franziska Höre postwendend zum 19:20 und so ging es weiter. Rego, die diesmal viel Korbdrang zeigte, holte die Führung durch erfolgreiche Freiwürfe zum 32:29 zurück, doch Paunovic und Hayes schafften bis zur Pause das 34:34.
Mit zwei Ballverlusten ging es im dritten Viertel weiter, bis Hayes das 34:36 buchte. Loewe, zweimal hervorragend bedient, brachte die Einheimischen wieder in Front, doch die Freude hielt nicht lange. Immer mehr und sicherer zogen die Gäste zum HELI-Korb, doch die Einheimischen konterten mit erfolgreichem Spiel über die Center. Am Ende der dritten zehn Minuten war HELI wieder hauchdünn mit 52:50 vorne, nachdem Fanny Szittya zwei sehenswerte Aktionen hatte.
Das letzte Viertel musste die Entscheidung bringen. Und nicht wenige hatten die Befürchtung, dass die Einheimischen Opfer ihres intensiven Spieles werden würden. Doch es kam anders. Henderson mit zwei Dreiern, Rajecka dazwischen mit einem energischen Offensivrebound legten eine 62:54-Führung vor, die die Gäste nicht mehr knacken konnten. Als Henderson in der 40. Minute beide Freiwürfe verwandelte, half auch ein Dreier der flinken Amerikanerin Turner nichts mehr.
Der erste Schritt war getan. Schritt zwei ist bereits am Sonntag im Rückspiel in Freiburg möglich.