Das Doppelspiel-Wochenende haben die TH Wohnbau Angels gestern Abend mit einer knappen Niederlage in Halle eröffnet. Am Sonntag steht die Heimpremiere gegen die Rhein-Main Baskets auf dem Programm.
SV Halle Lions – TH Wohnbau Angels 69:66 (37:38). – Mit einem respektablen Ergebnis, aber dennoch ohne Punkte kehren die TH Wohnbau Angels aus Halle an der Saale zurück. Das knappe 66:69 hätte bei etwas mehr Konzentration im dritten Viertel und ein bisschen Wurfglück durchaus ein Sieg werden können. Die nur zu Acht angereisten Rieserinnen verkauften sich exzellent beim Meisterschaftsanwärter.
Mit einer knappen Führung in die erste Viertelpause
In der schicken neuen Erdgas-Arena hatten die TH Wohnbau Angels die Ehre, als erster Erstligist ein Punktspiel zu bestreiten. Auswärts in Halle zu spielen ist von jeher ein schwerer Brocken. Doch die Gäste machten eine gute Figur und gingen gar mit einer 22:20-Führung in die erste Viertelpause. Erneut trugen Melissa Jeltema und Nayo Raincock-Ekunwe die Offensive, angeleitet von Sidney Parsons, die trotz ihrer Fußverletzung aus dem Season Opening wieder einsatzfähig war. Trotz der Führung blickte man besorgt auf die Anzeigetafel, die hinter dem Namen Szittya bereits nach zehn Minuten Spielzeit drei Fouleinträge zeigte. In der Folge musste die junge Nördlingerin die meiste Zeit auf der Bank verbringen und die Rotation von Coach Bär, der ohnehin nur acht Akteurinnen nach Sachsen-Anhalt mitgenommen hatte, geriet noch etwas überschaubarer als sonst schon.
Absolut sehenswert gestaltete sich in dieser ersten Halbzeit das Duell zwischen Nördlingens Melissa Jeltema und Halles Laura Hebecker. Beide versenkten je drei Dreier und kamen bis zur Halbzeit bereits auf 15 bzw. 14 Punkte. Der Halbzeitstand von 37:38 für die Gäste aus Schwaben ließ noch alles offen und verhieß auch weiterhin eine spannende Partie.
Über das dritte Viertel könnte man getrost den Mantel des Schweigens hüllen, denn lange tat sich nicht viel. Beide Teams produzierten mehr Turnovers als Korbaktionen. Erst in der letzten Minute des Viertels nutzten die Lions einige Unkonzentriertheiten der Gäste und übernahmen erstmals die Führung, um diese gleich zu Beginn des vierten Abschnitts auf neun Punkte auszubauen. Wie aus heiterem Himmel schien aber plötzlich ein Ruck durch das Angels-Team zu gehen. Die bis dahin eher glücklos agierende Alysha Womack brachte die Gäste noch einmal auf Tuchfühlung. Ein Dreier und versenkte Freiwürfe – auf einmal wackelten die Halle Lions wieder, denn ihr Vorsprung war in der 39. Minute auf magere zwei Pünktchen geschmolzen. Am Ende fehlte ein Quäntchen Glück, um aus Halle den zweiten Saisonsieg mitzunehmen, aber vielleicht wäre dies auch dem Spielverlauf nicht angemessen gewesen und des Guten ein bisschen zu viel.
Trotz der Niederlage überwiegen auf Seiten der Angels die positiven Erkenntnisse: Alle Spieler inklusive Parsons sind wieder fit und einsatzbereit, das Team lässt sich von einem Rückstand nicht entmutigen, sondern kämpft bis zur letzten Sekunde und mit einer 1:1- Ausbeute aus den ersten zwei Saisonspielen lässt sich durchaus leben. Immerhin besteht ja gleich am Sonntag in Nördlingen die Möglichkeit, noch einen Sieg drauf zu packen.
TH Wohnbau Angels: Högg, Jeltema (21 Punkte/3 Dreier), Geiselsöder, Womack (13/1), Raincock-Ekunwe (17), Georgieva (4), Szittya (2), Parsons (9).
TH Wohnbau Angels – Rhein-Main Baskets (So. 16 Uhr, Hermann-Keßler-Halle). – Am Sonntag treten die „Angels“ nun zum ersten Heimspiel dieser Saison in ihrem Wohnzimmer, der Hermann-Keßler-Halle an. Nach zum Teil begeisternden Auftritten wie dem sensationellen Auftaktsieg gegen Vizemeister Oberhausen brennen die Angels darauf, sich den eigenen Fans zu präsentieren. Gegner sind die Rhein-Main Baskets und damit eines der talentiertesten jungen Teams der Liga.
Die Hessinnen profitieren seit Jahren von ihrer exzellenten Jugendarbeit und setzen in ihrem Team mehr junge deutsche Spielerinnen ein als jeder andere Verein. Dabei verfügt der neue Rhein-Main-Coach Thomas Dröll über hervorragend ausgebildete Spielerinnen wie die beiden Dietrich-Schwestern, die den Spielaufbau organisieren, aber auch selbstbewusst von außen werfen können. Oder auch die beiden Nationalspielerinnen Greunke und Rexroth, nicht zu vergessen Francis Pyczinski, eine rebound- und defensivstarke Centerspielerin, um nur die wichtigsten zu nennen. Seit Jahren schaffen es die Hessinnen, diesen Talentschuppen durch perfekt ins Teamgefüge passende Amerikanerinnnen zu komplettieren. Allerdings sind die beiden Ausnahmekönner der letzten Jahre, Beliveau und Karel, nicht mehr da und mussten ersetzt werden. Und die Neuen namens Redmon, Chili und Deloach konnten deren riesengroße Fußstapfen noch nicht ganz ausfüllen.
Sie kommen auch nach hohen Rückständen oft zurück
Dennoch reichte es zu einem Sieg beim Season Opening gegen die aufstrebenden Hurricanes aus Rotenburg/Scheeßel. Hier bewiesen die Mädels aus Langen/Hofheim wieder einmal, dass man sie nie abschreiben darf, dass sie sich auch durch hohe Rückstände nicht entmutigen lassen und dass sie sicherlich nicht nach Nördlingen fahren werden, um dort einfach mal so Punkte abzuliefern.
Eben jene Punkte möchten Jeltema, Raincock und Co. jedoch unbedingt selber einfahren, denn trotz des Auftaktsieges hat man das ursprünglich ausgegebene Ziel, so schnell wie möglich den Nicht-Abstieg zu sichern, nicht verändert. Mit einer ähnlich konzentrierten und geschlossenen Leistung wie gegen Oberhausen sollte dieser erste Heimsieg auch im Bereich des Möglichen sein.
Die Nördlinger Fans dürfen sich auf den ersten wettkampfmäßigen Auftritt von Nayo Raincock-Ekunwe auf heimischem Parkett freuen. Die Kanadierin erregte nicht nur wegen ihrer 30 Punkte plus zehn Rebounds deutschlandweit Aufmerksamkeit, sondern auch durch ihre elegante und schnelle Spielweise.