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15.02.2014

Zu Gerd Müllers Zeiten stand er im Tor

Im Alter von 66 Jahren verstarb überraschend Klaus Herrmann, einer der besten Fußballer, die aus dem TSV Nördlingen hervorgegangen sind.
Bild: jais

Klaus Herrmann zählte in der Region zu den bekanntesten Fußballern der vergangenen Jahrzehnte

Er war nicht nur einer der besten Fußballer des TSV Nördlingen, er machte sich auch nach seiner Karriere als Fußballer im Ries einen guten Namen als Trainer zahlreicher Mannschaften. Völlig überraschend ist er nun im Alter von 66 Jahren verstorben: der gebürtige Nördlinger Klaus Herrmann, der für den TSV Nördlingen insgesamt 775 Spiele in der ersten Mannschaft bestritt.

Zwei Jahre nach Gerd Müller wurde Herrmann geboren und als 16-jähriger durfte er mit dem „Hadde“ den ersten gemeinsamen Titel feiern: Gegen den FC Gundelfingen siegten die Rieser im Endspiel um den schwäbischen Jugendpokal. Während Müller als dreifacher Torschütze glänzte, hielt Klaus Herrmann im Tor den Kasten sauber.

Sein Talent sprach sich bis zum VfR Aalen herum. Der VfR hatte Ende der 60er Jahre einen beispiellosen Absturz hinter sich, von der ersten Amateurliga in die A-Klasse, und schickte sich gerade an, wieder höhere Gefilde zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, kamen die Jungtalente Helmut Dietterle und Erwin Hadewicz in den Rohrwang. Und Klaus Herrmann, Horst Dürr und Alfred Rieß aus Nördlingen. Der große Blonde entwickelte sich bald zum Abwehrchef und das junge Team machte binnen zwei Jahren einen Durchmarsch: Nach der Saison 1971/72 stand der VfR wieder in der höchsten Amateurklasse. Im gleichen Jahr wurde die Mannschaft sogar noch württembergischer Pokalsieger und Spielführer Herrmann durfte die begehrte Trophäe aus den Händen von WFV-Spielleiter Elser in Empfang nehmen. Zwei Titelgewinne in der ersten Amateurliga Nordwürttemberg folgten, ebenso die Spiele um die deutsche Amateurmeisterschaft und die legendäre Aufstiegsrunde in die zweite Bundesliga im Jahr 1975. Herrmann machte sich auch als Torschütze einen Namen und war einer der großen VfR-Spieler der vergangenen Jahrzehnte.

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1973 kehrte er wieder zum TSV Nördlingen zurück und gleich in der ersten Saison 1973/74 wurde der TSV mit großem Vorsprung Meister der Bezirksliga Nord und stieg in die Landesliga Süd auf. Sieben Jahre lenkte Herrmann in den Siebzigern als Spielertrainer die Rieser. Einer der Höhepunkte war 1981 der erstmalige Gewinn des schwäbischen DFB-Pokals (in Donauwörth gegen den TSV Aindling). Das Spiel der ersten DFB-Pokalhauptrunde gegen den VfB Oldenburg wurde allerdings 0:3 verloren.

Im Jahre 1980 stieg Klaus Herrmann ins Trainergeschäft ein, wobei er in den ersten Jahren zwar den SV Wechingen trainierte, aber weiter in Nördlingen spielte. Am Ende war er neun Jahre Trainer des SV Wechingen, so lange wie bei keinem anderen Verein mehr. 1989 zog es ihn zum TV Bopfingen. Weitere Stationen in seiner Trainerlaufbahn waren der FV Utzmemmingen und der SC Wallerstein, ehe er 1998 zu seinem Heimatverein TSV Nördlingen als Trainer zurückkehrte. Sechs Jahre coachte er den TSV, davon fünf Jahre in der Bezirksoberliga und in der Saison 2001/02 in der Landesliga. Im Jahre 2004 schaffte er in einem Entscheidungsspiel in Eching (gegen Ampfing) die Rückkehr in die Landesliga, was gleichzeitig sein letztes Spiel als TSV-Trainer war. Anschließend coachte er fünf Jahre erneut den SC Wallerstein, gab noch ein kurzes Gastspiel beim TSV Nördlingen als A2-Trainer und hatte schließlich von 2010 bis 2012 mit dem SV Schwörsheim/Munningen sein letztes Trainerengagement.

Der Verstorbene hinterlässt neben Ehefrau Gisela drei erwachsene Kinder.

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