Die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks Langlau verschiebt sich voraussichtlich auf Ende Oktober. Dieser Kernsatz in einem Schreiben des Infrastrukturbereichs der Deutschen Bahn (InfraGO) vom 11. Juli 2025 rufen bei Peter Banczyk, Sprecher der Initiative „Verbindung zwischen Freunden“, und bei Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch nur Kopfschütteln hervor. Bei einem Gespräch am elektronischen Stellwerk am Bahnhof in Langlau verwiesen beide auf den zugesicherten Termin 20. Juli, um damit einen wichtigen Schritt für die Reaktivierung der nördlichen Hesselbergbahn abschließen zu können. Damit wäre der Stundentakt zwischen Wassertrüdingen und Pleinfeld und damit die Anbindung nach Nürnberg realisiert.
Das Stellwerk und das Begegnungsgleis sind baulich fertig, das Gelände eingeebnet und die Baumaschinen abgezogen, zeigt der erste Eindruck. Allerdings ist der Bahnübergang an der Dorfstraße in Langlau für den Durchgangsverkehr abgesperrt und am 300 Meter entfernten zweiten Bahnübergang auf der Seestraße, der Kreisstraße WUG 1, sind Bauarbeiten für eine Lichtzeichenanlage im Gange und Messgeräte angeschlossen. „Frustrierend“ fassen Peter Banczyk und Stefan Ultsch die Situation zusammen. Für Bürgermeister Ultsch bestätigt sich aus seiner Sicht damit seine Hartnäckigkeit, an der Reaktivierung zum 14. Dezember des vergangenen Jahres festzuhalten. Die Bahn wollte den Termin auf April 2025 wegen den bis dahin abgeschlossenen Umbaumaßnahmen in Langlau verschieben. Jetzt wird es „voraussichtlich“ Oktober 2025.
Reaktivierung der Hesselbergbahn: Riesbahn müsste beschleunigt werden
Gerechtfertigt wird dies von Seiten der Bahn mit Einsatz mehrerer innovativer Technikkomponenten im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik und deren gesichertem Einsatz im Alltagsbetrieb. Das bestehende Betriebskonzept zwischen Wassertrüdingen und Pleinfeld mit Ersatzbussen zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld bleibt somit bis auf weiteres bestehen. Peter Banczyk richtet seinen Blick aber noch weiter, auf den Abschnitt der südlichen Hesselbergbahn. Hier steht die Beschleunigung der Ries-Bahn im Vordergrund und dieser Aufwand, mit Baugrunduntersuchungen, Erneuerung von Signaltechnik oder Anbindung des Donauwörther Stadtteils Wörnitzstein, ist der Knackpunkt. Die Einbindung von Wörnitzstein in das Stadtbuskonzept von Donauwörth würde nach Schätzungen 200.000 Euro an Kosten verursachen. Dies wolle die Stadt Donauwörth nicht tragen.
Andreas Braun von der BayernBahn Infrastruktur habe laut Banczyk einen kostengünstigen Vorschlag. Zwar müsse auch die Signaltechnik überarbeitet werden, heißt es von Andreas Braun, aber ein geändertes Fahrplan- und Betriebskonzept zwischen Donauwörth und Nördlingen und Verlegung des Kreuzungspunkts von Möttingen nach Nördlingen könnte relativ problemlos und zeitnah realisiert werden. Alternativ könnte mit einem zusätzlichen Regionalexpress zwischen den Donau-Ries-Metropolen Donauwörth und Nördlingen, wie im Deutschland-Takt von Experten vorgeschlagen, problemlos die südliche Hesselbergbahn eingebunden werden. Die „Sackgasse“ in Wassertrüdingen wäre beseitigt.
Peter Banczyk hofft auf Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann
Diese Aufgabenstellung will die Initiative „Verbindung zwischen Freunden“ aufgreifen und beim Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann um Hilfe bitten. Es könne nicht sein, so Peter Banczyk, dass es immer „die Bahn ist schuld, die Software ist schuld, die Politik oder Bauunternehmen sind schuld“ heiße, sondern es müsse an praktikablen und umsetzbaren Lösungen gearbeitet werden. Schuldzuweisungen helfen nicht weiter und schafften auch nicht die vollständige Reaktivierung der Hesselbergbahn, so Banczyk. Konkrete Lösungen müssten gesucht werden und diese Forderung gebe die „Verbindung zwischen Freunden“ mit ihren Ideen nun an die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) zur Beantwortung weiter.
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