Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung für Maihingen waren das zentrale Thema der vergangenen Sitzung des Gemeinderates. Keine Entscheidungen waren zu treffen, es ging alleine um die Information des neuen Gremiums, so Bürgermeisterin Daniela Thum. Die Kommunen sind verpflichtet, eine Wärmeplanung zu erstellen. Grundlage ist das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ von 2023 des Bundesministeriums für Wirtschaft. Damit wurde das Pariser Klimaschutzabkommen der Europäischen Union umgesetzt.
Die Empfehlungen im Wärmeplan sollen unter anderem treibhausgasneutral sein, sparsam, kosteneffizient und bezahlbar. Er soll also Handlungsempfehlungen geben, wie eine Gemeinde bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreichen kann. Das Ergebnis ist allerdings nicht rechtsverbindlich, wie Hannah Weber mehrmals betonte. Sie übernahm die Präsentation für die Firma GP Joule aus Buttenwiesen, die die Wärmeplanung erstellt hat. Der vollständige Abschlussbericht für Maihingen ist über die Seite der ILE Nordries abrufbar.
91 Prozent der Gebäude in Maihingen sind Wohngebäude
Ausgangspunkt ist der Bestand an Gebäuden und Heizungen. Die Zählung ergab, dass 91 Prozent der Gebäude in Maihingen Wohngebäude sind. Daraus ergibt sich ein geschätzter Wärmebedarf von elf Gigawattstunden pro Jahr. Bei einem Blick auf das Alter der Häuser wurde deutlich, dass die Analyse gründlich ist, aber keineswegs die absolut richtigen Zahlen erbringen muss. Denn laut der verfügbaren Datensätze wurde in Maihingen zwischen den Jahren 2000 und 2015 kein neues Haus gebaut, zwei der Gemeinderäte haben aber in dieser Zeit ihre Neubauten bezogen. Für jedes Gebäude in der Gemeinde wurde erfasst, wie es beheizt wird und wie alt die Heizungsanlage ist. Für 76 Prozent der statistisch erfassten Zentralheizungen stehe in der nächsten Zeit ein Wechsel an, so Weber.
Das Potenzial, für eine klimaneutrale Erzeugung von Wärme im Maihingen liege vor allem in der Änderung der Wärmeerzeugung im Privaten. Vorgeschlagen wird der Austausch der alten Ölheizungen durch Luft-Wasser-Wärmepumpen und das Hinterfragen der privaten Wärmenutzung. In Utzwingen sollte geprüft werden, ob das bestehende Wärmenetz technisch und wirtschaftlich erweiterbar ist. Die Empfehlung an die Gemeinde: Sie solle in ihren Gebäuden als Vorbild agieren und die Bürger mitnehmen bei der Energiewende. Dabei geht es vor allem um Informationen darüber, wer bei der Entscheidung unterstützen kann, wenn der Austausch einer Heizungsanlage notwendig ist. Das gemeinsame Fazit: Für die Gemeinde und den Einzelnen sei es das Wichtigste, unabhängig zu werden von den globalen Playern im Bereich Öl und Gas.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren