Im Ries hat wieder die Wildtierrettung aus der Luft begonnen. Der Verein „Wildtierrettung Ries Mitte“ wirbt um Verständnis für Maßnahmen, die ungewöhnlich erscheinen, aber entscheidend zum Schutz heimischer Tierarten beitragen.
Mit Drohnen und Wärmebildkameras spüren Ehrenamtliche seit März Gelege seltener Wiesenbrüter wie Kiebitz und Großer Brachvogel auf. Das Ries zählt zu den bedeutendsten Brutgebieten dieser streng geschützten Vogelarten in Bayern. Nach der Befliegung werden gezielte Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Nester zu sichern. Die Küken werden begleitet, bis sie flügge sind. „Diese Maßnahmen sind maßgeblich für den Bruterfolg der vergangenen Jahre verantwortlich“, sagt der Vorsitzende Lukas Zuber. Besonders die Drohneneinsätze hätten den Schutz deutlich verbessert. Im Auftrag der Naturschutzbehörden unterstützen die Piloten die Betreuung der Vogelschutzgebiete im Ries.
Wärmebildkameras spüren Jungtiere auf den Wiesen auf
Ab Anfang Mai beginnt der zweite große Schwerpunkt: die Rehkitzrettung. In den frühen Morgenstunden, oft noch vor Sonnenaufgang, fliegen die Teams Wiesenflächen rund um Oettingen, Munningen, Heuberg und Pfäfflingen ab. Die Wärmebildkameras machen die im hohen Gras liegenden Rehkitze sichtbar. Diese werden vorsichtig aus der Wiese getragen und am Rand in speziellen Boxen gesichert, während die Landwirte ihre Flächen mähen.
Spaziergänger sollen Boxen in den Wiesen meiden
„Uns ist es wichtig: Bitte berühren Sie diese Boxen nicht“, erklärt Zuber. Nach der Mahd werden die Kitze wieder freigelassen, und ihre Mutter findet sie zuverlässig wieder. Spaziergänger sollten daher keinesfalls eingreifen oder Tiere mitnehmen. Die Initiative geht von der Jägerschaft aus und wird in Abstimmung mit Landwirten umgesetzt. Grundlage ist das Tierschutzgesetz. Die Mahd stellt ein erhebliches Risiko dar, das durch den Einsatz moderner Technik deutlich reduziert wird.
Der Verein wurde im Jahr 2018 gegründet, bereits 2019 starteten die ersten Drohnenflüge. Seither ist die Zahl der Piloten gewachsen. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden.
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