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Corona-Pandemie
29.11.2021

Von Alpha bis Omikron: Das sind die Corona-Mutationen

Die Corona-Mutationen werden mit griechischen Buchstaben versehen, damit niemand stigmatisiert wird.
Foto: Georg Hochmuth, dpa (Symbolbild)

Immer mehr Corona-Mutationen breiten sich in Europa aus. Die neue Südafrika-Variante könnte besonders ansteckend sein. Welche Varianten es gibt und woher sie kommen.

B.1.617.2 ist kein Geheimcode, sondern die wissenschaftliche Bezeichnung für die Delta-Variante. Die besonders ansteckende Corona-Mutation, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde, ist weltweit auf dem Vormarsch. Neben der Delta-Variante gibt es unter anderem noch die Alpha-, Beta-, Gamma-, Lambda- und Omikron-Variante.

Die griechischen Buchstaben sind Varianten des Coronavirus zugeordnet, darunter die  sogenannten VOC-Varianten. Die englische Abkürzung VOC steht für "Variants of Concern", was sich wörtlich mit 'Varianten der Sorge' übersetzen lässt. Eine Mutation zählt zu den besorgniserregenden Varianten, wenn sie ansteckender sind oder die Wirkung der Impfstoffe nachlässt. Eine Unterstufe zu den VOC stellen die sogenannten VOI, ausgeschrieben "Variants of Interest", dar.

Alpha: Die Corona-Mutation B.1.1.7 oder britische Variante gilt als Alpha-Variante. Sie tauchte erstmals im September 2020 in Großbritannien auf. Sie ist leichter übertragbar als frühere Coronaviren und weist eine höhere Reproduktionszahl auf. Es gibt keine Hinweise dazu, dass die zugelassenen Impfstoffe vor dieser Mutation weniger schützen.

Eine Sondermutation der Alpha-Variante ist B.1.1.7 mit E484K. Diese Variante ist mehrfach im Vereinigten Königreich aufgetreten, in Deutschland kommt sie bis jetzt eher selten vor. Das mutierte Virus ähnelt den Beta- und Gamma-Varianten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass die derzeitigen Impfstoffe gegen diese Sonderform geringer schützen.

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Beta- und Gamma-Varianten spielen in Deutschland kaum eine Rolle

Beta: Die Variante B.1.351 oder Beta-Variante wurde im Dezember 2020 zum ersten Mal in Südafrika nachgewiesen. Mehrere Studien deuten daraufhin, dass bereits gebildete Antikörper aufgrund einer Impfung oder einer Genesung weniger stark gegen die Beta-Variante wirken. Außerdem gilt das Virus als infektiöser, da es sich leichter von Mensch zu Mensch überträgt. Die südafrikanische Mutation wurde zwar in Deutschland nachgewiesen, aber deutlich seltener als andere Mutationen.

Gamma: Im brasilianischen Bundesstaat Amazonas wurde die Variante P.1 oder Gamma-Variante entdeckt. Sie ähnelt in ihren Mutationen stark der Beta-Variante. Erste Untersuchungen deuten daraufhin, dass die Variante sich schnell überträgt und die Impfstoffe weniger stark wirken. In Deutschland wurden bisher nur sehr wenige Infektionen mit der südamerikanischen Mutation registriert.

 

Delta-Variante wird weltweit zur dominierenden Variante

Delta: Die Delta-Variante ist momentan die aggressivste Mutation. Sie ist weltweit im Vormarsch. Erstmals wurde sie im indischen Bundesstaat Maharashtra nachgewiesen, daher wurde sie zuerst als indische Variante bekannt. Die Übertragung des mutierten Virus ist höher und der Wirkungsgrad der Vakzine niedriger. Nach den ersten Ergebnissen einer Studie der renommierten Hebrew University in Jerusalem wirkt der Impfstoff von Biontech-Pfizer gegen die Delta-Variante des Virus nicht so gut wie erhofft. Eine Neuinfektion verhindert das Vakzin danach nur noch zu 64 Prozent.

Eine Infektion mit der Delta-Variante kann trotz Impfung zu schweren Krankheitsverläufen führen. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: "Was mich an der Studie beunruhigt hat, ist die Tatsache, dass sieben Prozent der Geimpften schwer erkranken konnten."

Gesundheitsexperte der SPD: Karl Lauterbach.
Foto: Kay Nietfeld, dpa

Laut Robert Koch-Institut wurde die Delta-Variante im Frühjahr in Deutschland noch kaum nachgewiesen. Doch der Anteil hat in wenigen Wochen deutlich zugenommen. Inzwischen ist nahezu jede Corona-Neuinfektion in Deutschland eine Delta-Infektion.

Südafrika-Variante Omikron besorgt Forscher

Omikron: Forscher haben Ende November 2021 in Südafrika eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Sie weise "eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf", sagte Tulio de Oliveira, Chef des Genomforschungsinstitut KRISP. Die neue Variante soll mindestens zehn Mutationen aufweisen – bei der Delta-Variante sind es dagegen nur zwei, bei Beta drei. Die Südafrika-Variante sei der Grund dafür, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land exponentiell ansteige.

Forscher befürchten laut ersten Erkenntnissen, dass die Variante besonders ansteckend sei und möglicherweise auch das Immunsystem stärker belaste als die Deltavariante. Die EU hat ihren Mitgliedsländern empfohlen, Flüge aus dem südlichen Afrika vorerst einzustellen. Die WHO stufte die Variante als "besorgniserregend" ein und gab ihr den Namen Omikron.

Video: SAT.1

Variants of Interest: Die Lambda-Variante aus Südamerika

Lambda: Sie ist das erste Mal im August 2020 in Peru ausgebrochen. Im Juni dieses Jahres stufte die WHO die Variante als "Variante unter Beobachtung" (Variant of Interest, VOI) ein. Mittlerweile wurden Infektionen mit Lambda in fast 30 Staaten festgestellt, ein Großteil davon im südamerikanischen Raum. Doch auch in Europa ist die Mutante mittlerweile nachgewiesen: In Großbritannien, Spanien und Italien. Auch in Argentinien und in Chile breitet sich die Mutation rasant aus. Ob die Lambda-Variante gefährlicher ist als die Delta-Variante, ist bisher nicht klar. Auch über die Eigenschaften der Lambda-Variante ist bislang eher wenig bekannt. Eine Gruppe japanischer Forscher kam in einer Studie unlängst zu dem Ergebnis, die Lambda-Variante könne möglicherweise gegen Antikörper resistent sein. Eine Überprüfung von unabhängigen Experten steht noch aus.

Neben Lambda gilt aktuell auch die Variante My (Mu), die erstmals im Januar 2021 in Kolumbien nachgewiesen wurde, als "Variant of Interest".

Epsilon, Zeta, Eta, Theta, Iota, Kappa wurden zeitweise unter diesem Status geführt, gelten aber inzwischen als "deeskaliert". Viele weitere Varianten, bisher ohne eigene Bezeichnung durch einen griechischen Buchstaben, gelten als sogenannte "Variants Under Monitoring" (VUM).

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