Vor einem Pariser Sondergericht hat am heutigen Montag ein neuer Prozess gegen den Terroristen "Carlos", Ilich Ramirez Sanchez, begonnen. Der 62-Jährige muss sich wegen vier Anschlägen in den 80er Jahren in Frankreich verantworten, bei denen elf Menschen starben und fast 150 weitere verletzt wurden. Mitangeklagt sind auch zwei Deutsche: der frühere Stellvertreter von "Carlos", Johannes Weinrich, und Christa-Margot Fröhlich. Beide erscheinen aber nicht vor Gericht.
Weinrich, dessen Auslieferung Deutschland verweigerte, verbüßt in Berlin eine lebenslange Haftstrafe wegen des Anschlags auf das französische Kulturinstitut Maison de France 1983. Fröhlich hatte Frankreich im Frühjahr 2000 verlassen, wo sie nach vierjähriger Untersuchungshaft noch unter Polizeiaufsicht stand. Sie soll seither im Raum Neu-Ulm leben.
"Carlos" sitzt bereits lebenslang wegen dreifachen Mordes
Der Venezolaner "Carlos", der eigentlich Ilich Ramírez Sánchez heißt, wurde in Frankreich 1997 bereits zu lebenslanger Haft wegen der Ermordung zweier Geheimdienstagenten und eines V-Mannes verurteilt. Der neue Prozess, der bis zum 16. Dezember geht, ist der erste, bei dem sich Ramírez wegen Terrorismus verantworten muss. afp/AZ