Nach dem Fund einer Babyleiche in einem Altkleidercontainer in Berlin-Neukölln soll noch an diesem Samstag das Obduktionsergebnis vorliegen. Frühestens am Mittag sei mit ersten Ergebnissen zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher.
Berlin: Obduktion soll Todesursache des Babys klären
Fälle von getöteten Babys in Deutschland
Juli 2005: In einer Garage im brandenburgischen Brieskow- Finkenheerd werden bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Sie liegen in einem mit Sand gefüllten Aquarium, in Eimern und Blumenkübeln. Die Mutter wird wegen Totschlags zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Oktober 2006: Wegen der Tötung ihres Babys in einem Kölner Café wird eine Kinderpflegerin zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Frau hatte ihren gerade in der Toilette des Cafés entbundenen Säugling in einen Mülleimer gesteckt. Das Baby erstickte.
Oktober 2007: Ein totes, neugeborenes Mädchen wird in Neudietendorf (Thüringen) in einem Müllcontainer entdeckt. Eine psychisch kranke 39-Jährige hat es dort abgelegt.
April 2007: Im Tiefkühlschrank einer Erfurter Wohnung werden zwei tote Säuglinge gefunden. Eine 35-Jährige gesteht, die Kinder nach der Geburt in eine Mülltüte gewickelt und in den Gefrierschrank gelegt zu haben. Die Babys hätten nicht zu ihren Berufsplänen gepasst.
Dezember 2007: Eine 17-Jährige erdrosselt einen Jungen kurz nach der Geburt in der elterlichen Wohnung im brandenburgischen Schwarzheide. Das Landgericht Cottbus verurteilt die Frau zwei Jahre später zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.
April 2008: In einer Müll-Sortieranlage im sächsischen Wiesenbad liegt ein toter männlicher Säugling auf dem Förderband. DNA-Proben führen die Ermittler auf die Spur der 17 Jahre alten Mutter.
Mai 2008: In einer Gefriertruhe in Wenden (Nordrhein-Westfalen) werden drei Leichen entdeckt. Vor Gericht gesteht die 44-jährige Mutter, die Mädchen 1986, 1988 und 2004 geboren und nach deren Tod dort versteckt zu haben. Wegen zweifachen Totschlags wird sie im Dezember 2008 zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, eine Tat ist verjährt.
November 2008: Im hessischen Mittenaar bringt eine 21 Jahre alte Frau ein Baby zur Welt, packt es in eine Tüte und steckt es in eine Mülltonne. Als die Polizei das Kind findet, ist es tot.
Dezember 2010: Eine 20-Jährige in Berlin wirft ihren Jungen kurz nach der Geburt aus einem Wohnungsfenster in den Schnee. Das Baby überlebt nur wenige Stunden. Das Berliner Landgericht verurteilt die Mutter wegen Totschlags zu zwei Jahren Jugendstrafe mit Bewährung.
Januar 2011: In einem Kleidercontainer im sächsischen Schwarzenberg wird eine Babyleiche entdeckt. Laut Obduktion ist der neugeborene Junge erstickt worden. 18 Monate später wird ein Baby in Tschechien gefunden - der Bruder dieses Neugeborenen.
Februar 2011: Polizisten finden die Überreste eines toten Babys im Garten der Eltern in Jüterbog (Teltow-Fläming). Die Mutter und ihr Ex-Partner sollen das Baby nach der Geburt 2009 vergraben haben.
Juli 2011: In Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) wird ein totes Baby gefunden, der Leichnam weist Verletzungen auf. Bei der Obduktion werden schwere Schädelverletzungen festgestellt. Unklar bleibt vorerst, ob ein Unfall oder ein Verbrechen vorliegt.
Zwei Mitarbeiter einer Recyclingfirma hatten den bereits stark verwesten Körper des Kindes am Freitag in dem Container gefunden: "Die beiden 25 und 35 Jahre alten Männer meldeten den grausigen Fund", sagte sie. Über Geschlecht und Alter des Kindes sowie die Todesursache wurde zunächst nichts bekannt. Laut Polizei erlitten die Finder einen Schock.
Babyleiche in Altkleidercontainer in Berlin entdeckt
Eine Gerichtsmedizinerin begutachtete laut Polizei die Leiche und stellte zunächst fest, dass es sich um einen "recht jungen Säugling" handelte. Näheres sollte eine Obduktion noch am Freitag klären. Erst im August vergangenen Jahres war in einer verdreckten Wohnung eine Babyleiche in einem Karton entdeckt worden. Eine Entrümpelungsfirma hatte das tote Kind inmitten von Müllbergen gefunden.dpa/afp/AZ