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Brauchtum
17.12.2015

Warum sagen wir "Zwischen den Jahren"?

Zwischen den Jahren: Dieser Begriff beschreibt die Zeit von Weihnachten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar - und hat seine Wurzeln tief in der Vergangenheit.
Foto: Jochen Lübke, dpa

"Zwischen den Jahren" beschreibt die Zeit von Weihnachten bis Dreikönigstag und hat seine Wurzeln in der Vergangenheit. Um die Zeit mischen sich Brauchtum und Aberglaube.

Haben Sie in der letzten Zeit zufällig mal folgenden Satz gehört: "Wir sehen uns dann zwischen den Jahren"? Wahrscheinlich. Denn diese Zeit "zwischen den Jahren kommt jetzt wieder. Nur warum sagen wir das eigentlich?

Der Ausdruck "Zwischen den Jahren" bezeichnet den Zeitraum zwischen Weihnachten am 24. Dezember und Heiligdreikönige am 6. Januar. Was kaum jemand weiß: Der Ursprung dieses Begriffs liegt schon viele Jahrhunderte zurück.

Der Ausdruck "zwischen den Jahren" hängt nämlich damit zusammen, dass der Termin für den Jahresbeginn lange Zeit unklar war. Mehr als 1500 Jahre lang galt der von Julius Cäsar (100 v. Chr. - 44 v. Chr.) eingeführte Julianische Kalender. Dann ersetzte ihn Papst Gregor XIII. (1502 - 1585) durch den Gregorianischen.

Als sich die Menschen zwischen den Jahren trafen

Damit der Kalender von Beginn an stimmte, wurden 1582 zehn Tage übersprungen. In katholischen Ländern, die ihn sofort übernahmen, folgte auf Donnerstag, den 4. Oktober, gleich Freitag, der 15. Oktober.

Protestantische Christen lehnten den "Papst-Kalender" allerdings ab und blieben lange bei der alten Zeitrechnung, eben dem Julianischen Kalender. Das hatte für die Menschen ganz konkrete Folgen: Viele benachbarte Städte hatten unterschiedliche Neujahrstermine, und ihre Bewohner trafen sich "zwischen den Jahren".

Warum man zwischen den Jahren nicht waschen soll

Aberglauben war für diese besondere Zeit weit verbreitet. Arbeiten wie Wäschewaschen, Nähen oder Staubwischen waren zu vermeiden, um kein Unheil heraufzubeschwören. Gegenseitige Besuche zwischen den Jahren sollten hingegen Freundschaften festigen. Angeblich gehen auch Träume in diesen Nächten im neuen Jahr in Erfüllung.

Auch heute noch mischen sich zwischen den Jahren Brauchtum und Aberglaube. Denn in diesen Zeitraum fallen auch die Rauhnächte. In diesen, so heißt es, solle man zum Beispiel keinesfalls im Freien die Wäsche aufhängen. Die wilden Geister, die nachts herumfliegen, könnten sich darin verfangen - und ziemlich böse reagieren...  AZ

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