Im Bremer Klinikum-Mitte ist ein eineinhalbjähriges Mädchen an einer bakteriellen Infektion gestorben. Das Kleinkind sei am Montag mit einer Meningokokken-Infektion in das Krankenhaus gebracht worden, sagte Klinik-Sprecher Daniel Goerke am Freitag. Als sich der Zustand des Kindes verschlechterte, sei es auf eine Kinderintensivstation verlegt worden und dort am Dienstagvormittag gestorben.
Mehrere Todesfälle auf Frühchen-Intensivstation der Bremer Klinik
Die Staatsanwaltschaft Bremen ordnete eine Obduktion an. Seine Behörde sei auf den Fall aufmerksam gemacht worden, sagte Staatsanwalt Frank Passade. Das Kind war nach Polizeiangaben als Frühchen in der Klinik zur Welt gekommen. Meningokokken können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) hervorrufen.
Im Klinikum Bremen-Mitte hatten Experten im vergangenen Jahr bei 23 Babys einen multiresistenten Keim festgestellt. Drei von ihnen sollen an der Infektion gestorben sein - bei drei weiteren prüfte die Staatsanwaltschaft einen Verdacht.
Die Frühchen-Intensivstation der Klinik war anschließend im November für mehrere Wochen geschlossen worden, dem Chefarzt der Kinderklinik wurde gekündigt. Er war für die gesamte Hygiene in der Klinik verantwortlich und hat nach Meinung des Klinikverbundes Nord das Problem nicht rechtzeitig erkannt. AZ, dpa, afp