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Brustimplantate: Interpol fahndet weltweit nach Firmengründer

Brustimplantate

Interpol fahndet weltweit nach Firmengründer

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    Die dreifache 46-jaehrige Mutter Chantal Guerin zeigt ein Brustimplantant der Firma Poly Implant Prothese (PIP), welches ihr aus der linken Brust entfernt wurde (Foto vom 22.12.11). Nach Berichten ueber potenzielle Gesundheitsrisiken hat das franzoesische Gesundheitsministerium zehntausenden Frauen die vorsorgliche Entfernung von Brustimplantaten des Herstellers PIP empfohlen.
    Die dreifache 46-jaehrige Mutter Chantal Guerin zeigt ein Brustimplantant der Firma Poly Implant Prothese (PIP), welches ihr aus der linken Brust entfernt wurde (Foto vom 22.12.11). Nach Berichten ueber potenzielle Gesundheitsrisiken hat das franzoesische Gesundheitsministerium zehntausenden Frauen die vorsorgliche Entfernung von Brustimplantaten des Herstellers PIP empfohlen. Foto: Christophe Ena

    Interpol hat den Gründer der französischen Brustimplantate-Firma PIP zur weltweiten Fahndung  ausgeschrieben. Der 72-jährige Jean-Claude Mas werde in Costa Rica  wegen Straftaten im Zusammenhang mit "Leben und Gesundheit"  gesucht, teilte die internationale Polizeibehörde am Freitagabend  mit. PIP hatte bis Anfang 2010 zehntausende offenbar  gesundheitsgefährdende Brustimplantate  in alle Welt verkauft.

    Die im französischen Lyon ansässige Polizeibehörde gab eine  sogenannte "Rote Notiz" heraus. Dieser Schritt ist gleichzusetzen  mit einem internationalen Haftbefehl. Allerdings kann Interpol  formal keine Haftbefehle ausstellen, sondern nur die  Mitgliedsländer weltweit zur Fahndung auffordern. Interpol stellte zwei Fotos von Juni 2010 ins Internet, auf dem Mas mit grauem Bart  und einmal mit sowie einmal ohne Brille zu sehen ist.

    Die Firma PIP war vergangenes Jahr geschlossen worden, nachdem  herausgekommen war, dass für die Produktion von Brustimplantaten  ein nicht genehmigtes Silikongel verwendet worden war. Statt eines  medizinisch zugelassenen Gels soll der Hersteller minderwertiges  Industrie-Gel genutzt haben. Zehntausenden Frauen in mehr als 65 Ländern weltweit wurden diese Silikonkissen eingesetzt. Die meisten  leben in Südamerika und Westeuropa.

    Behörden empfehlen, die Implantate entfernen zu lassen

    Die französischen Gesundheitsbehörden hatten am Freitag in einem  bisher einzigartigen Aufruf rund betroffenen 30.000 Frauen  empfohlen, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder  entfernen zu lassen . Es gebe zwar "bislang kein erhöhtes  Krebsrisiko", es sei dennoch ratsam, die Einlagen herausoperieren  zu lassen. Die Behörden hatten gehäuft Risse in den Einlagen  festgestellt.

    Die Firma habe die Gesundheit von Frauen gefährdet und damit  Geld machen wollen, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Xavier  Bertrand am Samstag im Rundfunksender Europe 1. Es sei  "selbstverständlich", dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft  gezogen würden. "Auf schlimmste Weise" seien auf Kosten der  Gesundheit der Frauen Geschäfte gemacht worden.

    Risse in Implantaten: In Deutschland sind 19 Fälle bekannt

    In Deutschland sind nach Angaben des Bundesinstituts für  Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 19 Fälle von Rissen in  PIP-Implantaten bekannt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins  "Focus" könnten insgesamt 7500 Frauen die minderwertigen Implantate  erhalten haben.

    In Frankreich liegen der Staatsanwaltschaft in Marseille  Beschwerden von mehr als 2000 Frauen vor. Laut  Gesundheitsministerium erkrankten acht Patientinnen mit  PIP-Implantaten an Krebs, zwei Frauen sollen bereits gestorben sein  - ohne dass ein ursächlicher Zusammenhang hergestellt werden  konnte.  afp

    Die häufigsten Fragen und Antworten.

    Was sollten betroffene Frauen mit PIP-Implantaten jetzt tun?

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