Lange fieberte Monaco einem neuen Thronfolger entgegen, nun bekommt die 700 Jahre alte Grimaldi-Dynastie den ersehnten Nachwuchs: Fürst Albert und Charlène von Monaco erwarten Ende des Jahres das erste Kind. Knapp drei Jahre nach ihrer spektakulären Märchenhochzeit brachte der Fürstenpalast am Freitag die freudige Botschaft unters Volk. Damit verliert Alberts ältere Schwester Caroline ihren Platz an erster Stelle der Thronfolge.
Schon seit Tagen spekulierten Medien darüber, dass der schillernden Fürstenfamilie Nachwuchs ins Haus stehen könnte. Auslöser war insbesondere die Unpässlichkeit Charlènes bei einem Staatsbesuch in Südfrankreich: Kurz nach der Ankunft des Ehepaares musste sich die einstige Weltklasseschwimmerin offiziell wegen "Müdigkeit" zurückziehen.
"Fürst Albert und Fürstin Charlène haben das ungemeine Glück, anzukündigen, dass sie einem freudigen Ereignis entgegensehen", hieß es nun in der knappen Mitteilung des Palasts. "Die Geburt wird Ende des Jahres erwartet."
Erstes Kind für Fürst Albert und Charlène
Für die 36-jährige Südafrikanerin Charlène ist es das erste Kind. Ihr 20 Jahre älterer Mann hat bereits zwei uneheliche Kinder aus früheren Liebschaften anerkannt. Mit einer Kellnerin aus den USA hat der Landesvater eine 22-jährige Tochter, mit einer früheren Air-France-Stewardess aus Togo einen 10 Jahre alten Sohn.
Bei der prächtigen Hochzeitsfeier des Fürstenpaars vor drei Jahren war ganz Monaco auf den Beinen, Fernsehsender aus aller Welt berichteten für hunderttausende Zuschauer live von dem Spektakel. Es war die Trauung, auf die der kleine Mittelmeerstaat seit Jahrzehnten gewartet hatte - ein halbes Jahrhundert nach der Traumhochzeit von Fürst Rainier III. mit Hollywoodstar Grace Kelly.
Dabei hatten wenige Tage zuvor noch Gerüchte die Runde gemacht, wonach Charlène überstürzt aus dem Palast geflohen sei - angeblich aus Wut über eine Enthüllung aus dem Privatleben ihres Verlobten, dem ein erneuter Vaterschaftstest ins Haus stehe. Das Fürstenhaus räumte daraufhin "einen kleinen Streit" ein, doch die Ehe blieb bestehen.
Schon vor der Hochzeit hatte Charlène von Nachwuchsplänen erzählt - sehr zur Erleichterung der Monegassen, die sich um ihren freiheitsliebenden Fürsten langsam Sorgen machten. Tatsächlich glaubte irgendwann kaum noch jemand daran, dass der ewige Junggeselle nach seinen zahlreichen Abenteuern jemals den Bund der Ehe eingehen würde.
Doch dann gewann die hochgewachsene blonde Schwimmerin 2000 bei einem internationalen Wettkampf in Monaco Gold, und Albert hängte ihr als Gastgeber die Medaille um. Als Charlène ein Jahr darauf erneut für einen Wettkampf ins Fürstentum kam, ergriff der sportbegeisterte Thronfolger die Chance, stellte sich ihr vor und lud sie zum Abendessen ein. Im Februar 2006 drückte sich die junge Frau bei den Olympischen Winterspielen in Turin dann erstmals öffentlich an ihren Freund, der nach dem Tod seines Vaters mittlerweile zum Fürsten geworden war.
Jahre später soll sie laut Aussagen von Palastangestellten dann eine großzügige Abfindung für den Fall ausgehandelt haben, dass sie sich nach der Geburt eines Thronfolgers von Albert scheiden lassen will. Doch an solch unromantische Details wollte am Freitag niemand im Fürstentum denken. afp