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"Deepwater Horizon": Öl-Katastrophe: Der Prozess gegen BP beginnt

"Deepwater Horizon"

Öl-Katastrophe: Der Prozess gegen BP beginnt

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    Öl-Katastrophe: Der Prozess gegen BP beginnt
    Öl-Katastrophe: Der Prozess gegen BP beginnt

    Der britische Ölkonzern BP muss  sich in einem Mammutprozess im US-Bundesstaat Louisiana gegen hohe Strafen und Schadenersatzforderungen wegen der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko verteidigen. Zum Prozessauftakt am Montag  übte die US-Regierung scharfe Kritik an der Sicherheit auf der 2010  explodierten Bohrinsel "Deepwater Horizon". Hinter den Kulissen  laufen offenbar Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung.

    Wer ist verantwortlich für die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA?

    Das Verfahren vor einem Bundesgericht in New Orleans fasst die  verbleibenden Zivilklagen gegen BP, den Schweizer  Bohrinselbetreiber Transocean und der für die Zementarbeiten am  Bohrloch verantwortlichen US-Firma Halliburton zusammen. Die drei  Unternehmen haben sich auch untereinander verklagt. Im Kern geht es  in dem komplexen Prozess um die Frage, wer welchen Anteil an der  Verantwortung für die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA  trägt - und wer am Ende wie viel dafür bezahlen muss.

    Der Anwalt der US-Regierung, Michael Underhill, sagte, die  Hauptschuld für die Explosion der "Deepwater Horizon" liege bei BP.  Bei dem Konzern habe eine "Kultur der Vernachlässigung von  Sicherheit" geherrscht, sagte Underhill. Aus Profitgier sei  "rücksichtsloses Handeln" toleriert und bisweilen sogar gefördert  worden. Auch der Anwalt Jim Roy, der durch die Ölpest geschädigte  Privatleute und Unternehmen vertritt, warf BP vor, "Gewinn und  Produktion über Sicherheit" gestellt zu haben.

    Elf Arbeiter starben bei der Explosion der Bohrinsel

    Bei der Explosion der Bohrinsel am 20. April 2010 waren elf  Arbeiter ums Leben gekommen, hunderte Millionen Liter Erdöl  strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen  konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der  Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

    BP hat bereits mehrere tausend Zivilklagen außergerichtlich  beigelegt und verpflichtete sich dabei zu Schadenersatz in Höhe von  7,8 Milliarden Dollar. Außerdem akzeptierte der Konzern in einer  Vereinbarung mit der US-Justiz Strafzahlungen von 4,5 Milliarden  Dollar. BP bekannte sich wegen Totschlags in elf Fällen sowie  Verstößen gegen Umweltschutzgesetze schuldig - im Gegenzug stellte  die US-Justiz das Strafverfahren ein.

    Die Ölkatastrophe dürfte den Briten aber noch teurer zu stehen  kommen. Die US-Regierung will BP in dem Zivilverfahren nun wegen  grober Fahrlässigkeit zur Rechenschaft ziehen. Damit könnten BP  weitere Forderungen in zweistelliger Milliardenhöhe wegen Verstößen  gegen Umweltschutzgesetze drohen. Die "New York Times" berichtete  von Gesprächen über eine außergerichtliche Einigung. Die Regierung  in Washington und betroffene Bundesstaaten sollen BP demnach ein  Vergleichsangebot über 16 Milliarden Dollar unterbreitet haben. afp

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