Sollte der am Samstag festgenommene Gaddafi Sohn Saif al-Islam in den Händen der Übergangsregierung in Libyen bleiben, so sei laut Amnesty International die Sicherheit des mutmaßlichen Verbrechers gefährdet. Daher hat die Organisation Libyens Führung aufgefordert, den Gaddafi-Sohn Saif al-Islam an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auszuliefern.
Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretende Direktorin des Nahost- und Nordafrikaprogrammes von Amnesty, sagte, Saif al-Islam al-Gaddafi "muss dem Strafgerichtshof ausgehändigt werden". Zudem müsse seine Sicherheit garantiert werden, damit er "sich für seine mutmaßlichen Verbrechen vor einem fairen Gericht ohne Todesstrafe verantworten kann".
Verantwortlich für seine Sicherheit sei die libysche Übergangsregierung, sagte sie. Ihre Rolle hinsichtlich der ungeklärten Todesumstände des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und seines Sohnes Mutassim sei noch nicht eindeutig aufgeklärt.
Der Chefankläger des Strafgerichtshofes, Luis Moreno-Ocampo, wirft der alten Staatsführung inklusive Saif al-Islam Morde an Hunderten Zivilisten, Folterungen, militärische Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten und gezielte Massenvergewaltigungen vor. Im Falle eines Schuldspruchs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit könnte der Strafgerichtshof als Höchststrafe lebenslange Haft festlegen. Sollte er in einem Verfahren in Libyen verurteilt werden, so würde ihm die Todesstrafe drohen. dpa/AZ