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Drei tote Frühchen
04.11.2011

Frühgeborenen-Station in Bremer Klinik wird vorerst geschlossen

Mit diesem besonders resistenten Keim sollen sich in Bremen Frühchen infiziert haben.
Foto: dapd

Die Frühchen-Station der Bremer Klinik wird verlegt. Grund: Die Station muss nach dem Tod dreier Frühgeborenen desinfiziert werden.

will das Klinikum Bremen-Mitte so schnell wie möglich mit der angekündigten radikalen Desinfektion der betroffenen Frühgeborenen-Intensivstation beginnen. Die noch auf der Station befindlichen Kinder werden dafür in den nächsten Tagen Schritt für Schritt auf eine andere Station innerhalb der Kinderklinik verlegt, wie eine Sprecherin des Klinikverbundes Gesundheit Nord am Freitag sagte.

Anschließend sollen alle Geräte und Möbel aus der Frühchenstation in der Frauenklinik entfernt werden, um selbst Wände und Fußböden komplett zu säubern. "Eine so gründliche Desinfizierung dauert mindestens eine Woche", sagte die Sprecherin. Anschließend würden die Geräte vollständig desinfiziert zurückgestellt und alle Materialen wie etwa Kanülen und Katheter ausgetauscht. Das Klinikum will mit den Maßnahmen die mögliche Quelle der Infektion mit einem gefährlichen Darmkeim ausschalten.

Zweitpunkt der Wiedereröffnung noch unklar

Auf der Frühchenstation des Klinikums waren im August und im Oktober ein Mädchen und zwei Jungen an Bakterien der Gattung Klebsiella gestorben. Weitere vier Kinder waren schwer erkrankt. Insgesamt infizierten sich 15 Kinder seit Ende Juli mit dem besonders resistenten Keim, zehn von ihnen befinden sich noch in der Klinik. Am Freitag suchten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) weiter nach der Ursache der Infektionen.

Wann genau die Frühgeborenen-Station wieder geöffnet werden könne, konnte die Sprecherin nicht sagen. Die Klinik hatte am Dienstag einen Aufnahmestopp für die Frühgeborenen-Station verhängt.

Die Gesundheits-Deputation der Bürgerschaft wird sich noch in diesem Monat in einer Sondersitzung mit dem Fall beschäftigen. Möglicher Termin sei der 23. November, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsressorts. Die Senatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hoffe, dass bis dahin der Abschlussbericht des RKI vorliege. Zudem soll bis dahin die Frage geklärt werden, ob das Gesundheitsamt die Senatorin schon früher über die Infektionswelle in der Klinik hätte informieren müssen.  dapd/AZ

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