Natascha Kampusch fordert vom österreichischen Staat eine Million Euro. Kampusch sieht das Geld als Schadensersatz für ihr jahrelanges Martyrium, das sie durchleiden musste. Natascha Kampusch begründet die Forderung damit, dass die Behörden in ihrem Entführungsfall so schlecht ermittelt hatten. Man hätte ihr jahrelange Qualen ersparen können.
Wie Gerald Ganzger, der Anwalt Natascha Kampuschs sagte, habe man die Ansprüche der jungen Frau bei der Finanzprokuratur - einer Unterbehörde des Finanzministeriums Anfang Februar eingereicht. Die Summe von einer Million Euro wollte Kampuschs Anwalr weder bestätigen noch dementieren. Aus einem Bericht der österreichischen Gratiszeitung "Heute" geht dieses genaue Summenangabe hervor.
Natascha Kampusch fordert Schadensersatz
Der Anwalt des Entführungsopfers sagte, dass Natascha Kampusch immer gehofft habe, dass die Verantwortlichen einmal offiziell zu den Ermittlungsfehlern Stellung nehmen werden. Dies sei leider nicht geschehen. Deshalb sei ihr als letzte Möglichkeit nur die Schadenersatzforderung geblieben, die nun beantwortet werden müsse: "Das ist für Frau Kampusch sehr wichtig, dass sie einmal eine offizielle Stellungnahme erhält."
Noch Jahre nach dem Auftauchen Kampuschs im Jahr 2006 beschäftigen mögliche Ermittlungspannen die Öffentlichkeit in Österreich. Eine Untersuchungskommission hatte Fehler bei der Suche nach dem Mädchen aufgezeigt. Natascha Kampusch war am 2. März 1998 von Wolfgang Priklopil auf dem Weg zur Schule gekidnappt wurde. Achteinhalb Jahre hielt sie der Entführer in einem Kellerverlies gefangen und misshandelte sie schwer. Im Alter von 18 Jahren gelang Kampusch aus eigener Kraft die Flucht. Ihr Peiniger nahm sich am selben Tag das Leben. Inzwischen sind alle Ermittlungen zu dem Fall eingestellt.
Grundlage für die Forderung Kampuschs sind Hinweise, die bereits kurz nach ihrer Entführung auf Wolfgang Priklopil als Täter hindeuteten. Diesen soll die Polizei aber nicht ausreichend nachgegangen sein. Auch die Überprüfung seines für die Entführung genutzten Kastenwagens führte nicht zu Kampuschs Befreiung. Bereits kurz nach ihrer Entführung habe ein sehr dichtes Indiziennetz auf Priklopil hingewisen, so Ganzger. Ob Kampusch im Falle der Ablehnung ihrer Forderung auch gegen Österreich vor Gericht ziehen wird, ließ ihr Anwalt offen. dpa