Vor 30 Jahren starb Fürstin Gracia Patricia alias Grace Kelly bei einem Autounfall. Bis heute bleibt sie als Film- und Stilikone im Gedächtnis.
Von Rupert Huber|03.04.20 - aktualisiert:
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Anmutig und schön: 30 Jahre nach ihrem Tod gedenken viele Menschen der Schauspielerin und Fürstin Grace Kelly, die tragisch ums Leben kam. Foto: dpa
Geschichte, selbst wenn sie im Promi-Milieu angesiedelt ist, schreibt ihre eigenen Erzählungen, verfasst Mythen, die nicht mal Hollywood besser/schrecklicher/kitschiger/dramatischer erzählen kann. In diese Kategorie gehört der tragische Unfalltod der Fürstin von Monaco, Gracia Patricia genannt, unter Filmfans als Grace Kelly hoch geschätzt.
Es war eine schicksalshafte Fahrt auf der Serpentinenstraße von La Turbie nach Monaco, als die Fürstin in ihrem Rover von der Fahrbahn abkam. Der Wagen stürzte über die Klippen und landete 40 Meter tiefer zwischen Bäumen und Hecken. Während die 52-jährige Kelly heute vor 30 Jahren an den Folgen des Unfalls starb, überlebte ihre zu dieser Zeit 17-jährige Tochter Prinzessin Stéphanie den Unfall. Ein Unglück, das sich damals ähnlich intensiv ins kollektive Gedächtnis einprägte wie der Unfalltod von Prinzessin Diana 15 Jahre später.
Vom Hollywoodstar zur First Lady: Zum 30. Todestag von Grace Kelly
Das Leben der Fürstin Gracia Patricia von Monaco in Bildern.
Die stilbewusste brave Gattin
Sieht man sich heute den Hitchcock-Film „Über den Dächern von Nizza“ an, hat man das Gefühl, als hätte der Regisseur die Tragödie vorhergesehen. Es gibt da diese atemberaubende Fahrt auf den Küstenstraßen hoch über dem Mittelmeer, mit Grace Kelly am Steuer und Cary Grant als etwas ratlosen Beifahrer.
So kennen wir die Fürstin von Monaco: Stets stilbewusst, auf gute Erziehung ihrer Kinder bedacht und brave Gattin von Fürst Rainier.
Dass da einiges aus dem Ruder geriet bei den Kindern, gefiel der Fürstin nicht. Tochter Carolines Ehe mit dem lebenslustigen Philippe Junot scheiterte, Ehemann Stefano Casiraghi starb bei einem Bootsunglück und die Heirat mit dem deutschen Prinzen Ernst August gibt der Boulevard-Presse jede Menge Rätsel auf. Tochter Stéphanie verbindet man mit ihren Leibwächtern. Und Sohn Alberts späte Eheschließung mit der Ex-Schwimmerin Charlène war überfällig.
Geschickt auf der Klaviatur der Beziehungen gespielt
Das alles hat Grace Kelly nicht mehr miterlebt. Aber sie hat gewusst, worauf sie sich einlässt. Noch heute sagt man der gut erzogenen Schönheit nach, dass sie geschickt auf der Klaviatur der Beziehungen gespielt hat. Wer jetzt sagen würde, die schlanke Blonde aus Philadelphia hatte in ihrem Filmleben nur Glück, weil sie auf der Model-Schiene, die sie als Diktatur empfunden hat, den Weg nach Hollywood fand, liegt falsch.
Die Kelly sah im Kino bei Hitchcock stets großartig aus, egal ob sie einem im Rollstuhl sitzenden James Stewart half, die Nachbarschaft auszuforschen („Das Fenster zum Hof“), oder in „Über den Dächern von Nizza“ Cary Grant küsste. Hitchcock hat in seinem berühmten Interview mit Regisseur François Truffaut erklärt: „Ich brauche Damen, wirkliche Damen, die dann im Schlafzimmer zu Nutten werden.“ Wir halten uns da raus.